Tesla Model 3

Zu wenig Cash Flow Warum sich Tesla Leasing nicht leisten kann

Stand: 20.02.2019, 10:44 Uhr

Zur Ankurbelung der Nachfrage, besonders des neuen Mittelklasse-Modells, bereitet Tesla offenbar auch Leasing-Angebote vor. Dabei kann sich das Unternehmen sowas eigentlich gar nicht leisten.

In der Vergangenheit hatte das Unternehmen einen solchen Schritt stets abgelehnt, da es negative Auswirkungen auf seinen Cash Flow befürchtete. Denn Leasing bedeutet: Kleine monatliche Zahlungseingänge statt eine große Einmal-Zahlung für das komplett verkaufte Auto.

Das heißt, die nötigen Aufwendungen und Ausgaben wären höher als die Einnahmen. Für klassische Autobauer wie VW, BMW oder Mercedes kein Problem, da sie über die nötigen Reserven verfügen und über die Menge der Leasing-Fahrzeuge auch monatlich eine stolze Summe zusammenkommt.

Aber für einen "Newcomer" wie Tesla wäre ein solches Szenario ohne ein entsprechendes Kapitalpolster nicht oder nur sehr schwer zu stemmen. Zumal auf Tesla demnächst weitere riesige Ausgaben zukommen.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
196,98
Differenz relativ
+0,55%

So könnte die Rückzahlung einer Anleihe Anfang März fälligen Anleihe ein tiefes Loch in die Kasse von Tesla reißen. Laut Bloomberg plant das Unternehmen, die Besitzer der Schuldverschreibungen mit einer Mischung aus Bargeld und Aktien (Verhältnis 50:50) auszuzahlen. Der damals festgesetzte Wandlungspreis von 359,87 Dollar je Aktie könnte Tesla nun jedoch teuer zu stehen kommen.

Gläubiger auszahlen

Denn die Papiere haben dieses Niveau schon länger unterschritten. Und sollten sie zum Stichtag weiter unter der genannten Marke notieren, muss Tesla die Gläubiger in bar auszahlen. Dann gingen 920 Millionen Dollar an die Besitzer der Schuldverschreibungen. Zuletzt notierte die Tesla-Aktie bei rund 305 Dollar.

Auch ist die Bilanz des Autobauers alles andere als ausgeglichen. Zwar schrieb Tesla im vierten Quartal einen Gewinn (139,5 Millionen Dollar) und ließ damit die verlustreichen Vorquartale hinter sich. Doch wirklich nachhaltig aus den roten Zahlen ist der E-Autobauer noch lange nicht.

Hartes Sparprogramm angekündigt

Elon Musk

Elon Musk. | Bildquelle: Imago

Nur wenige Tage zuvor, am 18. Januar, kündigte Tesla-Chef Elon Musk ein hartes Sparprogramm an. Das bedeutet nicht nur in der "old economy" sondern auch bei Tesla den Abbau von Arbeitsplätzen. Sieben Prozent der Belegschaft, 3.000 Stellen, sollen wegfallen, um die Kosten zu senken und auf diese Weise nachhaltig profitabel zu werden.

"Tesla muss diese Einschnitte bei der Belegschaft machen und dennoch in den kommenden Monaten die Produktionsrate des Model 3 wie geplant erhöhen", schrieb Tesla-Chef Elon Musk in einer Email an seine Mitarbeiter. "Es gibt keine Alternative dazu", fügte er an. Zugleich müssten die Produktionslinien und Methoden weiter verbessert werden.

Erste Model 3 in Europa

Unterdessen geht die Auslieferung von Model 3 hierzulande weiter. Nachdem das erste Schiff mit Model 3 für den europäischen Markt Anfang Februar im Hafen von Antwerpen anlegte, werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Schiffe erwartet.

Dabei war bei der Erstauslieferung in Europa nicht alles glatt gegangen, was Tesla-Chef Elon Musk veranlasst hatte, sich auf Twitter für das teilweise Übergabechaos zu entschuldigen. Der Firmenchef kündigte zudem an, die Übergabe persönlich vor Ort zu überwachen.

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Die wichtigsten Stationen im Leben von Elon Musk Erst gemobbt, dann vergöttert

Klein-Elon Musk mit Telefonhörer

Das frühreife Kind
Am 28. Juni 1971 erblickt Elon Musk in Südafrika das Licht der Welt. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter hat eine Praxis als Ernährungsberaterin. Elon ist neugierig und frühreif. Manchmal verfällt der kleine Junge in eine Art Trance, dann hört er nicht mehr hin. Ärzte machen Tests mit ihm und beschließen, seine Polypen herauszunehmen. Das ändert nichts.

lg