Disney-Produktion Captain America
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Mega-Deal in der Unterhaltungsbranche? Warum Fox und Disney zusammen unbesiegbar wären

von Angela Göpfert

Stand: 07.11.2017, 07:41 Uhr

Werden nun endlich die X-Men ihre Kräfte mit den Avengers vereinen? Eine Fusion mit 21st Century Fox könnte Disney im Kampf gegen Amazon und Netflix zu wahren Superheldenkräften verhelfen.

Im Moment gebe es zwar keine Gespräche. 21st Century Fox habe aber in den vergangenen Wochen mit dem Rivalen Walt Disney über den Verkauf großer Konzernteile verhandelt.

Auf den ersten Blick macht diese Meldung, mit der der Wirtschaftssender CNBC am Montagabend die Wall Street in Aufruhr versetzte, ja so gar keinen Sinn.

Schließlich sind die politischen und kulturellen Unterschiede zwischen dem stockkonservativen Sender Fox News und dem eher liberalen Disney-Kanal ABC hinlänglich bekannt. Zuletzt traten sie im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf offen zu Tage.

Murdochs Baby "nicht in Gefahr"

Warum also sollte Rupert Murdoch mit der für ihn "bösen Seite der Macht" fusionieren? Die Tatsache, dass es in den Gesprächen explizit nicht um Murdochs – extrem profitables – Baby Fox News ging, lässt die Idee einer teilweisen Fusion zumindest etwas weniger absurd erscheinen.

Offenbar drehten sich die Gespräche vornehmlich um das Hollywood-Studio, die Fernsehproduktion, internationale Töchter sowie den Unterhaltungskanal FX und den Reportagesender National Geographic.

Trotzdem ist der "kulturelle Graben" zwischen den beiden Konzernen sehr tief. Aus den genannten Fox-Teilen und Disney eine Einheit zu schmieden, wäre eine große Herausforderung. Erfolg ungewiss.

Die gemeinsamen Feinde heißen Amazon und Netflix

Noch einmal also: Warum sollten sich Disney und Fox das antun? Ganz einfach: Beide Konzerne stehen unter großem Druck. Druck, der von neuen Branchengrößen wie Amazon und Netflix kommt.

Diese haben das traditionelle Film- und Fernsehgeschäft komplett durcheinandergewirbelt und den alten Branchengrößen ordentlich Marktanteile geraubt.

Kevin Spacey und Robin Wright in der Fernsehserie

Mit eigenproduzierten Serien wie "House of Cards" war Netflix zuletzt extrem erfolgreich. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Disney will daher in den kommenden Jahren selbst mehrere Streaming-Dienste an den Start bringen. Die Fox-Inhalte – das Fox Film- und Fernsehstudio hält unter anderem die Rechte an den X-Men – würden vor diesem Hintergrund eine große Bereicherung darstellen.

Blitzsaubere Bilanz bei Disney

Leisten könnte sich Disney einen solch gigantischen Deal übrigens allemal: Der Mickey-Mouse-Konzern verfügt über eine blitzsaubere Bilanz, sein operatives Ergebnis der vergangenen zwölf Monate deckt nahezu komplett seine Nettoschulden.

Auch für Fox würde ein solcher Deal mit Disney absolut Sinn machen: Der Konzern könnte sich dann nämlich auf seine profitablen Einheiten im Nachrichtengeschäft wie Fox News, Fox Sports und seine lokalen Sender konzentrieren.

Anleger sind schon überzeugt

Dass ein solcher Fokus Fox gut täte, davon sind nicht nur Branchenkenner überzeugt, sondern auch die Anleger: Am Montagabend schoss die Aktie von 21st Century Fox im New Yorker Handel um 9,0 Prozent in die Höhe.

Auch die Disney-Aktie verbuchte mit einem Anstieg von 2,0 Prozent einen weit überproportionalen Gewinn.