Apple One

"Apple One" Warum Apple jetzt das große Abo-Paket schnürt

von Angela Göpfert

Stand: 16.09.2020, 13:11 Uhr

Apple bündelt erstmals seine Abo-Dienste unter den Namen "Apple One". Wir erklären die Strategie hinter diesem neuen Schachzug des kalifornischen Tech-Giganten.

Auf dem großen virtuellen Apple-Event am Dienstagabend war die Ankündigung von "Apple One" auf den ersten Blick kaum mehr als ein Nebensatz, eine Randnotiz. Es könnte fast den Anschein erwecken, als wollte Apple die Konkurrenz bewusst irre führen über die Bedeutung seines neuen Produktes.

Tatsächlich aber ist "Apple One" ein strategischer Paukenschlag. Bei "Apple One" handelt es sich um ein sogenanntes "Abo Bundle", ein Paket aus mehreren Apple-Diensten.

Ersparnis von 6 bis 8 Euro

Apple Music

Auch Apple Music ist im neuen Abo-Bundle enthalten. | Bildquelle: Unternehmen

In Deutschland sind das der Musik-Streamingdienst Apple Music ("Apples Spotify"), der Video-Streamingdienst Apple TV+, das Spiele-Abo Apple Arcade und der 50 Gigabyte iCloud-Speicher für Fotos, Videos und Dateien. Kosten pro Monat: 14,95 Euro. Eine Ersparnis von 6 Euro im Vergleich zu den Einzel-Abos.

Ein Familienpaket für bis zu sechs Familienmitglieder und zusammen 200 Gigabyte Onlinespeicher kostet 19,95 Euro pro Monat. Hier beträgt die Ersparnis im Vergleich zur Einzelbuchung 8 Euro.

Neuer Dienst: Fitness+

Das "Premier"-Paket ist in Deutschland allerdings vorerst nicht verfügbar. Dieses beinhaltet zusätzlich die Magazin-Flat News+ und Apples neuen Fitness-Dienst Fitness+ dazu sowie 2 TByte iCloud-Speicherplatz.

Der ebenfalls am Dienstagabend neu vorgestellte Abo-Dienst Fitness+ zeigt Anweisungen von persönlichen Trainern auf einem Apple-Gerät wie dem iPhone, iPad oder Apple TV und greift dabei auf die Fitnessdaten der Apple Watch zu. Das nicht zuletzt durch die Corona-Krise boomende "Home Gym" bekommt so neuen technischen Glanz.

Der Nutzer kann zunächst aus zehn Kategorien wählen: Ob Yoga, HIIT, Krafttraining oder Rudern – der Workout-Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Woche für Woche sollen neue Videos hinzukommen. In den USA soll der Dienst noch im Laufe dieses Jahres starten.

Apple Fitness+

Apple Fitness+ bietet zahlreiche Workout-Videos. | Bildquelle: Apple

Raus aus der iPhone-Abhängigkeit

Es bleibt die Frage: Warum macht Apple das eigentlich? Die neuen Abo-Bunde-Produkte zeigen in erste Linie das Bemühen eines Konzerns, sich unabhängiger von seinem Hardware-Geschäft zu machen. Jahrelang rügten Analysten die Abhängigkeit Apples von den iPhone-Verkäufen.

"Apple One" ist nun also ein weiterer Schritt, das lukrative Dienste-Geschäft zu stärken, die Nutzer noch tiefer in das Apple-Ökosystem hineinzuziehen und sich so aus der Dominanz des iPhones zu befreien. Nicht wenige Branchenkenner munkeln, die iPhone-Verkäufe könnten langsam die Wachstumsgrenze erreicht haben.

Dass Apple in seinen Emanzipationsbemühungen auf einem guten Weg ist, zeigen die Zahlen zum vergangenen Quartal: 13,1 Milliarden Dollar generierte Apples Service-Sparte in den drei Monaten von April bis Mai. Das war mehr, als der Konzern mit dem Verkauf von Macs oder iPads umsetzte.