Amazon-Chef Jeff Bezos

Mutige Prognose Warum 2019 das große Jahr von Amazon wird

von Angela Göpfert

Stand: 15.01.2019, 08:11 Uhr

Laut Scott Galloway dürfte Amazons Dominanz im laufenden Jahr ins schier Unermessliche wachsen. Anleger sollten seine Prognose besser ernst nehmen, der Marketing-Guru behielt mit seinen Vorhersagen schon des Öfteren Recht.

"Alexa wird das iPhone der nächsten Dekade, was Amazon zu einem Sprung über die Billionen-Marke in der Marktkapitalisierung verhilft", verkündete Scott Galloway im Dezember 2017. Tatsächlich knackte Amazon mit seiner Börsenbewertung im September 2018 die Billionen-Marke – einen Monat nach Apple.

Amazon auf dem Börsenthron

2019 werden die Karten neu gemischt – und bislang läuft für Jeff Bezos alles nach Plan. Sieht man mal von seiner Scheidung von Ehegattin MacKenzie ab, die ihn die Hälfte seines Vermögens kosten könnte.

Jeff und Frau MacKenzie Bezos

Pech in der Liebe, Glück an der Börse? Jeff und Noch-Ehefrau MacKenzie Bezos. | Bildquelle: Imago

Denn der E-Commerce-Champion bestieg unter Bezos' Ägide gleich zu Jahresbeginn den Börsenthron als wertvollstes Unternehmen der Welt. Apple ist dagegen nach seiner desaströsen Umsatzwarnung erstmals seit 2009 nicht mehr unter den Top 3 vertreten.

Ausgliederung von AWS

Laut Galloway dürfte Amazon seine Dominanz 2019 weiter ausbauen. Denn Jeff Bezos dürfte Amazons boomende Cloud-Sparte AWS im laufenden Jahr als eigenständiges Unternehmen ausgliedern. Hintergrund sind kartellrechtliche Bedenken, die Bezos auf diesem Wege elegant aus dem Weg räumen könnte.

Die große Hoffnung wäre auch hier – wie übrigens bei jeder Aufspaltung –, dass die einzelnen Konzernteile in ihrer Summe mehr wert sind als das große Ganze. Laut Galloway würde Amazon durch eine Ausgliederung von AWS mindestens 70 Milliarden Dollar an Wert für die Aktionäre freisetzen.

AWS könnte an der Börse mit bis zu 600 Milliarden Dollar bewertet werden – und wäre damit auf einen Schlag eines der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt.

Bezos, der Vorreiter

So verführerisch Galloways Prognose auch klingen mag: Bislang hat sich Jeff Bezos nicht in dieser Richtung geäußert. Und auch die anderen beiden großen Cloud-Dienste neben AWS – Microsoft Azure und Google Cloud – sind bislang alle Teile großer Tech-Unternehmen.

Andererseits: Bezos war schon immer ein Vorreiter, schaffte etwa mit Alexa ein neues digitales Wundertool, Amazons Echo war der erste smarte Lautsprecher auf dem Markt.

Sollte Bezos uns Anlegern also mit einem AWS-Spin-off tatsächlich das erste pure Cloud-Play an der Börse ermöglichen – es sollte uns nicht verwundern.

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Jeff Bezos als Kind

Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...