Tracy Britt Cool

Tracy Britt Cool verlässt Berkshire Hathaway Warren Buffett verliert seine "Feuerwehrfrau"

Stand: 19.09.2019, 11:22 Uhr

Seit einem Jahrzehnt arbeitet Tracy Britt Cool im Team von Warren Buffett. Bei Berkshire Hathaway ist sie die Frau für schwere Fälle. Nun macht sich die "Feuerwehrfrau" selbstständig - nach Vorbild ihres Mentors.

"Alles, was ich ihr zugewiesen habe, hat sie erstklassig gemacht", sagt Warren Buffett über Tracy Britt Cool. Im Alter von 25 Jahren wurde die in Manhattan/Kansas geborene Managerin die rechte Hand des "Orakels von Omaha". "Sie war meine Feuerwehrfrau", so Buffett.

Jetzt startet die heute 35-Jährige ihr eigenes Unternehmen - mit einem Geschäftsmodell, das Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway sehr ähnlich ist. Nach dem Muster ihres Förderers will Cool mit einer Art Mini-Berkshire ebenfalls langfristig in Unternehmen investieren.

"Ich möchte eine langfristige Plattform und ein langfristiges Instrument zur Akquisition und zum Aufbau von Unternehmen aufbauen", erklärt Cool in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". "Es gibt Unternehmen, von denen ich denke, dass es sehr wertvoll ist, ihnen zu helfen, die nächste Stufe zu erreichen, aber sie sind zu klein für Berkshire." Bereits während ihrer Amtszeit erwarb sie sich einen Ruf als Unterstützer der leistungsschwachen Unternehmen des Konglomerats.

Cool beeindruckte den Börsen-Star

Die smarte Businessfrau gilt als sehr ehrgeizig. Schon als Studentin hatte sie "Raketen-Treibstoff" im Blut, meinte einst Janet Hanson, Chefin einer Investmentfirma, bei der Cool ein Praktikum machte. "Sie war ein Mädel, das sich nimmt, was sie will."

Schon früh gab sie als ihr Ziel aus, "mit einem bedeutenden Investor arbeiten zu wollen, der auch ein bedeutender Mentor ist". 2006 traf Cool erstmals auf Buffett, als sie für eine Studentinnen-Vereinigung zur Förderung der Finanzbildung eine Fahrt nach Omaha organisierte.

Tracy Britt und Warren Buffett. | Quelle: picture-alliance/dpa, Screenshot: leanin, Collage: boerse.ARD.de

Nach ihrem Abschluss an der Harvard Business School bewarb sie sich bei Berkshire. Zum Bewerbungsgespräch brachte sie dem Star-Investor einen Scheffel Mais und Tomaten von der Farm ihrer Eltern in Kansas mit, um an die gemeinsamen Wurzeln zu erinnern. Cool und Buffett stammen beide aus dem Mittleren Westen. Der Berkshire-Chef war offenbar so beeindruckt von dem Geschenk, dass er sie gleich anstellte.

"Mädchen für alles"

Sie wurde die Finanzassistentin der Börsen-Ikone - ein Posten, den Buffett extra für sie geschaffen hatte. Cool beeindruckte schnell mit ihrer patenten Art und ihren Fähigkeiten in der Problemlösung. Buffett gab ihr immer wichtigere Aufgaben und die junge Harvard-Absolventin entwickelte sich zu einer seiner wichtigsten Vertrauenspersonen: Sie führte Finanzanalysen durch, begleitete den Chef zu Meetings und fuhr ihn manchmal durch die Stadt. "Sie kümmert sich um alles, was so ansteht", sagte Buffett vor einigen Jahren gegenüber College-Studenten in Omaha.

Bei der Hochzeit mit dem Anwalt Scott Cool führte Buffett sein "Mädchen für alles" 2013 für ihren verstorbenen Vater gar zum Traualtar. Später wurde Cool CEO der Berkshire-Tochter "The Pampered Chef", einem Anbieter für Küchengeräte. Diesen Posten legt sie Ende März nieder. Auch den Sitz im Verwaltungsrat von Kraft Heinz gibt Cool auf. Dabei hatten einige Experten sogar spekuliert, sie könne eines Tages Buffett an der Spitze des Berkshire-Imperiums ablösen.

Berkshire mit Verlusten

Zu Berkshire Hathaway gehören an die 90 Unternehmen, hinzu kommen diverse Aktienpakete börsennotierter Großkonzerne wie Coca-Cola, Wells Fargo, Apple oder seit diesem Jahr auch Amazon. Der 89-jährige Buffett führt das Konglomerat seit mehr als 50 Jahren.

Dank seines glücklichen Händchens für Investments zählt er seit Jahren zu den reichsten Menschen der Welt - zuletzt schätzte "Forbes" sein Vermögen auf 80,5 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal musste Buffett jedoch einen starken Ergebnisrückgang hinnehmen.

tb