Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, macht am 21.01.2004 vor Beginn des Mannesmann-Prozesses im Landgericht in Düsseldorf das Victory-Zeichen.

Waren Freisprüche für Ex-Deutsche-Bank-Chefs rechtens?

Stand: 22.10.2019, 06:54 Uhr

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Holt die Vergangenheit sie noch einmal ein? Wegen der Pleite des Medienkonzerns Kirch hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag gegen drei frühere Vorstandschefs der Deutschen Bank verhandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft Rolf Breuer (81), Josef Ackermann und Jürgen Fitschen (beide 71) versuchten Betrug vor. Sie sollen in einem Zivilprozess um Schadenersatz in Absprache falsch ausgesagt haben, um die Bank vor hohen Zahlungen zu bewahren.

Das Landgericht München I hatte dafür allerdings keinerlei Beweise gesehen und die drei 2016 freigesprochen. Dagegen wehrt sich die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe. Sie wollte für Breuer und Ackermann mehrjährige Haftstrafen, für Fitschen eine Bewährungsstrafe. Die Deutsche Bank sollte eine Geldbuße von einer Million Euro zahlen. Die Staatsanwaltschaft will weiter eine Verurteilung erreichen und hat Revision in Karlsruhe eingelegt. Die Richter wollen ihr Urteil am 31. Oktober verkünden, wie der Senat nach der Verhandlung am Dienstag bekanntgab.