händler an der New York Stock Exchange

Die Wall Street am Ostermontag 2,3 Billionen Dollar? Schnee von gestern!

Stand: 13.04.2020, 15:53 Uhr

Die Wall Street startet am Montag mit deutlichen Verlusten. Noch am Donnerstag hatten frische Fed-Billionen den Markt nach oben getrieben. Immerhin legen die Ölpreise zur Freude der Ölindustrie einigermaßen zu.

Im frühen Handel sackt der Dow Jones um mehr als ein Prozent zurück. Auch der S&P 500 gibt in derselben Größenordnung nach. Die neuen billionenschweren Wirtschaftshilfen der US-Notenbank Fed hatten die Kurse vor dem langen Osterwochenende noch gestützt.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
29.959,27
Differenz relativ
+0,40%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.642,09
Differenz relativ
+0,51%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.205,85
Differenz relativ
+0,92%

Der Dow Jones schloss am Donnerstag 1,2 Prozent höher auf 23.719 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 8.153 Punkte vor. Der S&P 500 gewann 1,4 Prozent auf 2.789 Punkte zu. Er verzeichnete mit einem Plus von gut 12 Prozent sogar den höchsten Wochengewinn seit 1974.

Fed-Chef Jerome Powell hatte versichert, die Notenbank könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten: Zeitlich gebe es dafür keine Grenzen.

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Fed-Chef Jerome Powell: Will Wirtschaft über Wasser halten. | Bildquelle: Imago

Lieber kein Risiko

Grenzen scheint es aber bei der Begeisterungsfähigkeit der Anleger zu geben. Wie zuvor bereits in Asien lassen sich auch die Investoren in den USA zumindest aktuell nicht weiter in den Aktienmarkt und damit ins Risiko locken. Vor allem Fluggesellschaften gehören wieder zu den großen Velierern.

Dominiert wird die Nachrichtenlage weiter von der Corona-Pandemie. Knapp 560.000 Infektionen mit dem Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, wurden der Universität Johns Hopkins zufolge bisher in den USA nachgewiesen. Bereits mehr als 22.000 Menschen sind nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Tages sank mit 1.557 aber auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Montag.

Ölaktien schwächeln

Im Blickpunkt bleibt natürlich auch dem der Ölpreis. Opec-Mitglieder und ihre Partner hatten sich auf eine beispiellose Drosselung der Ölproduktion geeinigt. Im Mai und Juni werden die Opec-Mitglieder und ihre Partner insgesamt täglich 9,7 Millionen Barrel weniger fördern.

Am Ölmarkt reagierten die Ölpreise zunächst mit heftigen Ausschlägen, pendelten sich dann aber bei mäßigen Schwankungen ein. Für US-Öl der Sorte WTI wurde zuletzt etwas mehr gezahlt, auch Brent gewinnt. Davon profitierten die Aktien der US-Ölkonzerne wie ExxonMobil und Chevron zunächst nicht, sie zogen dann aber wieder an.

"Weit von Normalität entfernt"

In Asien wurde am Montag ebenfalls gehandelt: Japans Nikkei 225 schloss 2,3 Prozent tiefer bei 19.043,40 Punkten. "Während die Konjunkturimpulse der US-Notenbank die Ängste vor einer Finanzkrise vorerst zerstreut haben, ist die Wirtschaft weit davon entfernt, zur Normalität zurückzukehren", sagte Hiroshi Watanabe, Ökonom bei Sony Financial Holdings. Die Anleger schauten, ob die Coronavirus-Pandemie, die das globale Wirtschaftswachstum verwüstet hat, wie erhofft in den Vereinigten Staaten und Europa bald ihren Höhepunkt erreichen würde.

Chinas CSI 300 beendete den Handel 0,4 Prozent tiefer bei 3.753,26 Zählern. In Hongkong war die Börse allerdings genauso wie in Australien wegen des Feiertags geschlossen. Auch in Europa setzte der Handel noch wegen der Osterfeiertage aus.

ts