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Letzter Platz im TecDax Siemens Healthineers: Der Gewinn schrumpft

Stand: 30.07.2018, 13:45 Uhr

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers klagt über Umsatz- und Gewinneinbußen. Währungseffekte machen dem Konzern zu schaffen. Die Investoren schicken das Papier auf Talfahrt.

Das Papier fällt um rund 3,5 Prozent und belegt damit im TecDax den letzten Platz. Allein in den vergangenen sechs Monaten hatten Siemens Healthineers allerdings um rund 27 Prozent auf knapp 39 Euro zugelegt. Im gleichen Zeitraum kletterte der TecDax lediglich um zehn Prozent. Der Medizintechnikkonzern, der Mitte März sein Debüt auf dem Börsenparkett gab, war bereits im Juni in den Technologieindex eingezogen.

Möglicherweise nutzen einige Anleger die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen. Die Healthineers-Aktien waren beim IPO zu je 28 Euro ausgegeben worden. Die Bewertung lag mit 28 Milliarden Euro damals weit niedriger als Analysten im Vorfeld geschätzt hatten. Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel nach Zahlen von 35 auf 40 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Halten" belassen. Analyst Sven Diermeier begründete das neue Kursziel mit höheren mittelfristigen Wachstumsannahmen und einer im Vergleich zum Gesamtmarkt geringer als bisher unterstellten Kurs-Schwankungsanfälligkeit.

Der Umsatz stagniert

Im dritten Quartal haben negative Währungseffekte, Anlaufkosten für das Diagnostiksystem Atellica sowie Aufwendungen für einen kürzlich an Land gezogenen Automatisierungsauftrag lasteten auf dem Ergebnis. Nach Steuern sank der Gewinn um 10 Prozent auf 293 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte sank der Gewinn um 7 Prozent auf 334 Millionen Euro.

Der Umsatz stagnierte wegen negativer Währungseffekte bei 3,3 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis erzielte Siemens Healthineers ein Plus von 5 Prozent. Der Chef fasst die Zahlen so zusammen:

»Die erfreuliche Entwicklung im Umsatz zeigt unsere Stärke im Wettbewerb. Mit der positiven Entwicklung bei der Auslieferung unseres neuen Labordiagnostiksystems Atellica Solution sind wir ebenfalls zufrieden. Trotz zunehmend negativer Währungseffekte sowie der Investitionen in die Zukunft des Labordiagnostikgeschäfts bestätigen wir unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr.«

Bernd Montag, CEO Siemens Healthineers

Wissenswertes über den Konzern

Was genau macht Siemens Healthineers? Der größte Bereich ist die "diagnostische Bildgebung": Röntgen-, Computertomographie (CT)- und Magnetresonanztomographie-Geräte (MRT) machen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Hier sieht sich Healthineers unangefochten als Weltmarktführer. Die Nummer zwei weltweit ist Siemens in der Labordiagnostik, der Auswertung etwa von Blut- und Urintests. Sie macht 30 Prozent vom Umsatz aus.

"Advanced Therapies" heißt der kleinste Bereich. Dabei geht es um technische Hilfsmittel für Operationen und die Behandlung von Krankheiten. Mit 47.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Healthineers 2017 13,8 Milliarden Euro Umsatz und einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro.

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Das sind die Konkurrenten von Siemens Healthineers Medizintechnik

<strong>General Electric</strong><br/>Als größter Rivale von Siemens Healthineers gilt die Medizintechniksparte von Generel Electric. Dazu gehört vor allem die Sparte "Bildgebung" wozu Röntgen-, MRT-, und Ultraschallgeräte gehören. GE Healthcare steht mit einem Umsatz von 19 Milliarden Dollar für mehr als 15 Prozent des Konzernumsatzes von GE. Der neue GE-Chef John Flannery hat im Juni beschlossen, die Sparte nach dem Vorbild von Siemens abzuspalten. Danach sollen 80 Prozent der Anteile in den nächsten 12 bis 18 Monaten an die Aktionäre übertragen werden, die restlichen 20 Prozent sollen an die Börse gebracht oder an Großinvestoren werden.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 5 Jahre

General Electric
Als größter Rivale von Siemens Healthineers gilt die Medizintechniksparte von Generel Electric. Dazu gehört vor allem die Sparte "Bildgebung" wozu Röntgen-, MRT-, und Ultraschallgeräte gehören. GE Healthcare steht mit einem Umsatz von 19 Milliarden Dollar für mehr als 15 Prozent des Konzernumsatzes von GE. Der neue GE-Chef John Flannery hat im Juni beschlossen, die Sparte nach dem Vorbild von Siemens abzuspalten. Danach sollen 80 Prozent der Anteile in den nächsten 12 bis 18 Monaten an die Aktionäre übertragen werden, die restlichen 20 Prozent sollen an die Börse gebracht oder an Großinvestoren werden.

ts