Fresenius-Schriftzug vor der FMC-Zentrale in Bad Homburg
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Stärkerer Euro belastet Fresenius-Familie schrumpft

Stand: 31.07.2018, 09:11 Uhr

Negative Währungseffekte haben im zweiten Quartal die Fresenius-Familie ausgebremst. Sowohl die Konzernmutter als auch die Tochter FMC erlitten Umsatzeinbußen. Unterm Strich verdienten die Konzerne aber mehr - auch dank eines Sondereffekts.

Der stärkere Euro und der schwächere Dollar machten dem Fresenius-Konzern, der stark in den USA aktiv ist, zu schaffen. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Ohne die negativen Währungseffekte hätte das Wachstum bei sieben Prozent gelegen.

Auch die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) musste Umsatzrückgänge hinnehmen. Die Erlöse schrumpften um sechs Prozent auf rund 4,21 Milliarden Euro. Die Währungseffekte herausgerechnet hätte ein Plus von zwei Prozent zu Buche gestanden. FMC macht das Gros seiner Umsätze in den USA.

Beteiligungsverkauf beflügelt Gewinn

Der starke Euro zehrte ebenfalls den Gewinn auf. Das bereinigte Konzernergebnis stagnierte bei 273 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente FMC aber deutlich mehr. Weil der Dialysespezialist sich von seiner Beteiligung am US-Ärztenetzwerk Sound Inpatient Physicians getrennt hatte, konnte das Unternehmen seinen Gewinn im Berichtszeitraum von April bis Juni auf 994 Millionen Euro mehr als verdreifachen.

Dieser Sondereffekt trieb ebenfalls die Konzernmutter Fresenius an. Sie verdiente mit 652 Millionen Euro gut 45 Prozent mehr. Das für die Jahresprognose maßgebliche Ergebnis erhöhte sich im abgelaufenen Quartal um drei Prozent auf 472 Millionen Euro.

Jahresziele bekräftigt

Seine Ziele für 2018 bestätigte Fresenius. Demnach soll das Konzernergebnis 2018 um sechs bis neun Prozent zulegen. Beim Umsatz peilt der Gesundheitskonzern aus Bad Homburg ein währungsbereinigtes Wachstum von fünf bis acht Prozent an. "Alle vier Unternehmensbereiche haben hervorragende Zukunftsaussichten. Bei Fresenius Kabi schauen wir noch zuversichtlicher nach vorn als bislang", erklärte Sturm am Dienstag. Der auf Ernährung, Infusionen und Nachahmer-Medikamenten spezialisierten Sparte Kabi traut er für 2018 nun eine bessere Ergebnisentwicklung zu.

FMC geht für das laufende Jahr weiterhin von einem währungsbereinigten Umsatzplus von fünf bis sieben Prozent aus. Das bereinigte Konzernergebnis soll um sieben bis neun Prozent zulegen - unter Herausrechnung der Währungseffekte.

Fresenius- und FMC-Aktien tun sich schwer

Ein Händler sah die Fresenius-Zahlen auf den ersten Blick im Rahmen der Erwartungen, während FMC etwas besser abgeschnitten habe. Den angehobenen operativen Ergebnisausblick für die Fresenius-Tochter Kabi hätten einige Anleger aber schon erwartet. Die Fresenius-Aktie steigt zur Xetra-Eröffnung um 0,1 Prozent. Die FMC-Aktie fällt um 0,2 Prozent an.

Die Auseinandersetzungen mit Akorn hatten monatelang der Fresenius-Aktie kräftig zugesetzt und für enorme Kursschwankungen gesorgt. Vom Rekordhoch hat sich der Titel entfernt. Zeitweise rutschte die Aktie im Frühjahr sogar auf unter 60 Euro. Inzwischen hat sich das Papier bei knapp unter 70 Euro eingependelt.

nb

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