Zwei Mitarbeiter im Biologics Reinraum der Wacker Chemie in Jena
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SDax-Titel unter Druck Wacker Chemie kappt Prognose

Stand: 16.10.2019, 09:06 Uhr

Der Silizium-Verarbeiter Wacker Chemie senkt seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr und bereitet ein Sparprogramm vor. Anlegern gefällt das gar nicht.

Wegen schwacher Preise für Polysilicium und der weltweit nachlassenden Konjunktur hat der Chemiekonzern Wacker seine Jahresziele zusammengestrichen. Der Umsatz werde 2019 voraussichtlich stagnieren, statt zu steigen, teilte das SDax-Unternehmen am Dienstagabend mit. Das Ebitda dürfte sogar 30 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr. Unter dem Strich rechnet das Management dennoch mit einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr.

"Ausschlaggebend für unsere reduzierten Erwartungen sind die nach wie vor extrem niedrigen Preise für Polysilicium", sagte Wacker-Chef Rudolf Staudigl. Die von vielen Experten für die zweite Jahreshälfte erwartete Preiserholung sei bislang ausgeblieben. Im dritten Quartal seien die Preise sogar gesunken - wegen Überkapazitäten chinesischer Konkurrenten.

Siltronic-Mitarbeiter überwacht die Herstelllung eines Siliciumeinkristalls

Siltronic-Mitarbeiter mit Siliciumeinkristall. | Bildquelle: Unternehmen

Am Finanzmarkt kommt die Nachricht schlecht an. Die Wacker-Aktie verlor im frühen Handel über fünf Prozent an Wert. Zuletzt konnten die Verluste aber beinahe ausgeglichen werden. Die Commerzbank korrigierte ihre Prognose und senkt Wacker Chemie auf "Hold" mit einem Kursziel von 61 Euro.

Auch die Siltronic-Aktie gibt heute nach. Wacker Chemie ist bei dem Münchener Unternehmen Großaktionär. Siltronic stellt Siliziumscheiben für die Halbleiterindustrie her und ist weltweit der drittgrößte Hersteller von Wafern.

Sparprogramm wird erarbeitet

Staudigl will jetzt ein Effizienzprogramm erarbeiten, um die Betriebskosten des Unternehmens "in signifikantem Umfang" zu senken. "Wir müssen und werden den schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für unser Geschäft erfolgreich begegnen", sagte er.

ms/dpa-AFX