VW-Chef Herbert Diess (l.) und Ford-Boss Jim Hackett

Autohersteller bündeln Kräfte VW und Ford verkünden globale Allianz

Stand: 15.01.2019, 16:43 Uhr

Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Ford und Volkswagen Kooperationsgespräche führen. Nun haben die beiden Automobilkonzerne ihre Zusammenarbeit offiziell besiegelt - und erste Details bekanntgegeben.

VW-Chef Herbert Diess und Ford-Boss Jim Hackett bestätigten am Dienstag ihre Allianz bei der Auto-Show in Detroit. Die beiden Konzerne möchten zunächst bei Transportern und mittelgroßen Pick-ups ab 2022 gemeinsame Wege gehen. Zusätzlich werde geprüft, ob VW und Ford auch bei autonomen Fahrzeugen, Mobilitätsdiensten und Elektrofahrzeugen in Zukunft zusammenarbeiten können. Derzeit rede man darüber, ob VW seine Anstrengungen beim autonomem Fahren mit denen der Ford-Tochter Argo zusammenlegen könne.

Bereits am Freitag hatte der Volkswagen-Aufsichtsrat einer Einigung über die geplante Kooperation zugestimmt. Ziel der Kooperation beim Bau leichter Nutzfahrzeuge ist es, Kosten zu sparen. Die Allianz soll dazu beitragen die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und das Angebot für Kunden weiter zu verbessern, sagte Diess. Mit diesen Plänen reagieren die Hersteller auch auf den unter Druck geratenen Automobilmarkt. Darüberhinaus ermöglicht die Vereinbarung gemeinsame Investitionen in Fahrzeugarchitekturen.

Die Aktien der beiden Unternehmen zeigten sich bislang recht unbeeindruckt von der Ankündigung der Zusammenarbeit. Während die VW-Aktie um 0,6 Prozent zulegte, verlor die Ford-Aktie rund 0,8 Prozent.

Ford: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,08
Differenz relativ
+0,34%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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177,32
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+0,78%

VW und Ford rechnen mit Ergebnisverbesserungen

"Wir bringen nicht nur Technologien und Kompetenzen in diesem Segment zusammen, sondern auch die Reputation weltweit anerkannter Fahrzeuge wie den VW-Bus oder den Transit", sagt VW-Chef Diess. Dadurch erhoffe man, die Nummer 1 auf dem Gebiet zu werden. Während Volkswagen in den USA stärker wachsen will, hofft Ford den europäischen und chinesischen Markt stärker einzunehmen.

“Beide Unternehmen rechnen durch die Zusammenarbeit bei Transportern und Pickups ab 2023 mit jährlichen operativen Ergebnisverbesserungen vor Steuern”, hieß es. Eine Kapitalverflechtung beider Unternehmen sei nicht vorgesehen.

Zusammen haben VW und Ford im Jahr 2018 rund 1,2 Milliarden leichte Nutzfahrzeuge weltweit abgesetzt. Damit ist die Allianz laut VW die branchenweit volumenstärkste Zusammenarbeit. In den kommenden fünf Jahren werde die Nachfragen nach Transportern und mittelgroßen Pick-ups weltweit steigen.

mgo