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Absatzrekord und Umsatzsteigerung VW startet mit Rückenwind ins Jahr

Stand: 26.04.2018, 10:26 Uhr

Beim weltgrößten Autobauer läuft's weiter rund. Trotz der Diskussion über Diesel-Fahrverbote konnten die Wolfsburger im ersten Quartal deutlich mehr Autos ausliefern und den Umsatz steigern. Doch ein bilanzieller Sondereffekt trübt die Bilanz.

Trotz Rekordauslieferungen schrumpfte das operative Ergebnis um knapp vier Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Schuld daran war vor allem die neue Rechnungslegung, bei der Finanzinstrumente anders verbucht werden, insbesondere Derivate. Hinzu kamen hohe Kosten für Modellanläufe, die das Ergebnis schmälerten.

Gewinn leicht gesunken

Ohne den bilanziellen Sondereffekt wäre das operative Ergebnis leicht gestiegen. Unter dem Strich verdiente der VW-Konzern im ersten Quartal 3,3 Milliarden Euro - gut zwei Prozent weniger als vor einem Jahr.

Beim Absatz und Umsatz bleibt VW aber im Wachstumsmodus. Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres um 3,6 Prozent auf gut 58 Milliarden Euro zu. Noch besser entwickelte sich der Absatz. Mit 2,68 Millionen Fahrzeugen verkauften die Wolfsburger 7,4 Prozent mehr Autos als im Vorjahresquartal. Volkswagen stehe wirtschaftlich robust da, sagte der neue Konzernchef Herbert Diess.

Seat glänzt

Bei den einzelnen Marken stach Seat mit einem Plus von 51 Prozent hervor. Auch Skoda, die Premium-Marke Audi und die Sportwagenmarke Porsche konnten ihr Ergebnis steigern. Die Hauptmarke VW hingegen litt unter negativen Wechselkurseffekten und Vorleistungen für neue Produkte. Sie steigerte das Betriebsergebnis nur leicht auf 879 Millionen Euro.

Trotz des Dämpfers beim Gewinn bekräftigte das Management den Ausblick für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz um bis zu fünf Prozent steigen und die operative Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Analysten hatten dies in den vergangenen Monaten als wenig ambitioniert kritisiert.

Aktie im Vorwärtsgang

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die VW-Aktie legt um fast drei Prozent zu und führt die Liste der Dax-Gewinner an. Zusätzlicher Auftrieb kommt aus China. Peking prüft angeblich eine weitere Lockerung des heimischen Automarktes. So könnten die Importzölle auf Pkws um etwa die Hälfte gekürzt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Analysten lobten die Quartalsbilanz. Experte Stefan Burgstaller von Goldman Sachs hob vor allem die gute Gewinnqualität und die starke Liquidität im abgelaufenen Jahresviertel hervor. Volkswagen habe ein gutes Quartal hinter sich, schrieb auch JPMorgan-Analyst Jose Asumendi in einer ersten Reaktion. Allerdings habe der Konzern bei der Marke VW noch Arbeit vor sich, um die Profitabilität in Nord- und Lateinamerika zu verbessern.

Diess macht Tempo

Der neue VW-Chef Diess, der Mitte April Matthias Müller ablöste, wird zeigen müssen, ob er die hohen Erwartungen der Analystenzunft erfüllen kann. Als erste Amtshandlung baute der Österreicher die Führung in sechs Geschäftsfelder um, wobei die Marken künftig in den Segmenten Massenmarkt, Premium und Luxus gebündelt werden. So will Diess erreichen, dass der schwerfällige Tanker wendiger wird und Doppelarbeiten vermieden werden. Unternehmenskenner gehen davon aus, dass Volkswagen dadurch schlummernde Kräfte freisetzen kann und der Gewinn steigt. Insider halten schon in drei, vier Jahren ein Betriebsergebnis von 25 Milliarden Euro für möglich. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen bei 17 Milliarden Euro.

Vom Diesel-Skandal ist nicht mehr viel zu spüren. Selbst die VW-Aktie hat sich vom Kurseinbruch wieder erholt. Vom Rekordhoch von 262,45 Euro aus dem Jahre 2015 ist sie aber noch ein gutes Stück entfernt.

nb

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