VW-Markenvorstand Herbert Diess präsentiert in einer Preview den neuen Jetta.
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Neue Modelle, mehr Verkäufe VW vor US-Offensive

Stand: 15.01.2018, 09:09 Uhr

Milliardeninvestitionen in den US-Markt kündigt der Volkswagen-Konzern pünktlich zum Beginn der Automesse in Detroit an. Der Abgas-Skandal scheint in den USA fast ausgestanden, wie die Absatzzahlen des vergangenen Jahres zeigen.

Den ersten Zuwachs seit 2013 beim Verkauf der Kernmarke VW hat der Wolfsburger Konzern im vergangenen Jahr geschafft: Das Plus lag bei 5,2 Prozent auf 340.000 VW-Autos. Nordamerika-Chef Hinrich Woebken sprach am Rande der Messe in Detroit von "sichtbaren Fortschritten" beim Comeback der Marke in den USA.

Der Jetta soll es richten

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Das will der Konzern nun durch massive Investitionen forcieren: Bis 2020 will VW 3,3 Milliarden Dollar in die Region investieren. Jährlich will Volkswagen mindestens zwei neue Modelle in den USA in den Verkauf bringen. Der neue Jetta, den VW auf der Messe vorstellt, soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Laut VW-Markenchef Heinrich Diess will man mit den Maßnahmen "Volkswagen als relevanten Volumenhersteller in Stellung bringen". Das wäre wohl auch erforderlich, um den US-Markt wirklich als wichtigen Absatzmarkt für die Wolfsburger zu erschließen - derzeit liegt der Marktanteil von Volkswagen bei eher bescheidenen zwei Prozent. Die Platzhirsche wie GM, Ford und FiatChrysler, aber auch der globale Rivale Toyota sind in den USA traditionell deutlich stärker vertreten als VW.

Ganz anders die Situation in China: Hier hat VW im vergangenen Jahr konzernweit 3,18 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, ein Plus von sechs Prozent auf einem deutlich höheren Niveau als in den USA. Der chinesische Markt pufferte weltweit auch eher schwache Verkaufszahlen im Heimatmarkt Deutschland ab. Wegen der Dieselkrise verkaufte man 2015 hierzulande mit 531.000 Stück fast fünf Prozent weniger Fahrzeuge.

Neue Modelle auch für Südamerika

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Dank weiterer "Modelloffensiven" will bei wichtigen Modellen wie Polo, T-Roc und Touareg will das Unternehmen auch im südamerikanischen Markt weiter punkten, so Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. 2017 legten die Auslieferungen in Südamerika um 25 Prozent auf gut 419.000 Autos zu, in Brasilien gab es ein Plus von 19,7 Prozent auf 261.100 Stück.

Die Dieselaffäre scheint einstweilen den Verkaufserfolg der Wolfsburger nicht mehr nennenswert zu belasten, weiterhin stehen aber Vergleich mit geschädigten Kunden, vor allem in Nordamerika an: In Kanada etwa haben weitere Kunden eine Entschädigung akzeptiert. Der Vergleich habe einen Wert von bis zu 290,5 Millionen kanadische Dollar (191 Millionen Euro), hieß es.

AB