VW-Chef Herbert Diess (l.) und Ford-Boss Jim Hackett
Audio

Medienbericht VW und Ford kommen sich immer näher

Stand: 04.07.2019, 08:53 Uhr

Angekündigt hat VW-Chef Herbert Diess die Partnerschaft mit dem amerikanischen Hersteller Ford schon länger, doch wirklich konkret könnte es nächste Woche werden.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, will VW-Chef Diess dem Aufsichtsrat auf der Sitzung am kommenden Donnerstag seine Pläne für eine weitreichende Zusammenarbeit mit dem US-Autohersteller Ford zur Zustimmung vorstellen.

Volkswagen sei heute ein sehr stark von China abhängiges Unternehmen und brauche ein Gegengewicht in den USA, wird Diess zitiert. Bereits im Januar hatten beide Autokonzerne eine gemeinsame Produktion von Pick-ups vereinbart.

Werke von Ford nutzen

VW will die Werke von Ford nutzen, um endlich in dem in den USA so wichtigen Marktsegment Erfolg zu haben. Erstes gemeinsames Modell soll der Nachfolger des VW Amarok sein, der auf der Plattform des neuen, 2020 startenden Ford Ranger entstehen wird.

Tatsächlich ist China der mit Abstand wichtigste Markt für Volkswagen, verkaufen die Wolfsburger dort die Hälfte ihrer Autos. Gleichzeitig wächst dort der Absatz von Elektroautos rasant, ohne dass Volkswagen die Nachfrage mit einer eigenen Produktpalette bedienen könnte.

Kosten teilen

Eine Kooperation mit Ford soll diese Entwicklung beschleunigen und beiden Firmen helfen in den Bereichen Elektromobilität und selbstfahrender Autos die Kosten zu verringern. Laut "Handelsblatt" will Volkswagen gegen ein Entgelt Ford den Zugang zu seinem Modularen Elektro-Baukasten (MEB) anbieten.

Dahinter verbirgt sich die Plattform, auf deren Basis künftig die meisten Elektroautos des VW-Konzerns gefertigt werden sollen. Die Wolfsburger sind dem "Handelsblatt" zufolge mit dem MEB unter den großen Herstellern führend, aber das hatte auch seinen Preis. Die Entwicklungskosten lagen in Milliardenhöhe. Ein Teil davon soll über Ford wieder reinkommen, hieß es nun.

Europa-Geschäft retten

Für Ford soll die Öffnung zu Volkswagen im Gegenzug das Geschäft in Europa retten. Ohne Elektroautos könnte der US-Konzern den durchschnittlichen Verbrauch der in den europäischen Ländern verkauften Fahrzeuge nicht so stark senken, wie es die EU fordert.

Konkret könnte sich VW an Argo, der Ford-Tochter für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge, beteiligen. Laut "Wall Street Journal" dürfte der Einstieg rund 600 Millionen Dollar kosten.

lg