Der Vorstand der Volkswagen AG mit Andreas Renschler (l-r), Frank Witter, Rupert Stadler, Herbert Diess, Matthias Müller, Christine Hohmann-Dennhardt, Karlheinz Blessing, Francisco Javier Garcia-Sanz und Jochem Heizmann
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Aufsichtsrat tagt schon heute VW-Umbau kommt schneller

Stand: 12.04.2018, 08:04 Uhr

Der VW-Aufsichtsrat tagt bereits am heutigen Donnerstag, einen Tag früher als geplant: Dabei dürfte nicht nur ein kompletter Umbau der Führungsmannschaft beschlossen werden. Der Konzern treibt auch den Börsengang seines Nutzfahrzeuggeschäfts voran.

Berichten zufolge soll die Erstnotiz bereits im ersten Quartal 2019 erfolgen. Zur VW-Sparte Truck & Bus zählen die Lkw-Hersteller MAN und Scania, das Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien, die Digitalfirma Rio und Beteiligungen an internationalen Lastwagenbauern. Bestehende Zusagen an Arbeitnehmer wie eine Jobgarantie blieben erhalten, sagten die Insider weiter. Der Sitz des neuen Nutzfahrzeug-Konzerns soll demnach von Braunschweig nach München verlegt werden. VW Truck & Bus wollte sich nicht zu Details äußern.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Für die auf heute vorverlegte Sitzung des VW-Aufsichtsrats war Insidern zufolge bislang geplant, dass die VW Truck & Bus GmbH in eine kapitalmarktfähige AG umgewandelt wird. Im Konzern wird Experten zufolge ein großer Wurf vorbereitet, das neue Truck-Unternehmen als Kandidat für den Leitindex Dax gesehen. Der Börsengang könne einer der größten in Deutschlands werden.

Großaktionäre verlieren an Einfluss

Herbert Diess, VW

Herbert Diess, VW. | Bildquelle: picture alliance / Holger Hollemann/dpa

Der neue Nutzfahrzeugkonzern soll international führend werden und Schwergewichten wie Daimler Paroli bieten können. VW-Truck-Chef Andreas Renschler war lange Jahre bei dem Stuttgarter Rivalen. Um die Betriebsräte von VW, MAN und Scania für die Börsenpläne zu gewinnen, sollen den Insidern zufolge bestehende Zusagen an die Beschäftigten erhalten bleiben. Dazu gehören Jobgarantien - bei MAN etwa mindestens bis zum Jahr 2025 - und auch Zusagen für Standorte und Investitionen.

Zudem sollen im künftigen Lkw-Konzern die derzeitigen Großaktionäre von VW an Einfluss verlieren. Wie das "Handelsblatt" erfahren haben will, sollen im Aufsichtsrat keine Vertreter der VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piech, des Landes Niedersachsen oder Katars sitzen.

Komplettumbau des Konzerns

Wichtigster Tagesordnungspunkt der heutigen AR-Sitzung von VW ist allerdings der Umbau des Vorstands. VW-Markenchef Herbert Diess soll zum Nachfolger des amtierenden Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller bestimmt werden. Die einzelnen Marken des Konzerns wie VW, Audi, Seat und Skoda sollen dem Vernehmen nach in mehrere Gruppen aufgeteilt werden. So soll die Arbeit in dem großen Konzern effizienter werden.

lg/dpa/rtr