Herbert Diess, VW
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Milliardengewinne VW trotzt der Autoflaute

Stand: 25.07.2019, 09:46 Uhr

Zuletzt gab es reihenweise Gewinnwarnungen von Autobauern. Zu den wenigen Konzernen, die gegen den düsteren Trend fahren, zählt VW. Die Wolfsburger haben im zweiten Quartal deutlich mehr verdient und die Prognose bekräftigt. Wie schaffen die das?

Auto-Manager schauen neidisch auf VW. Trotz der mauen Konjunktur hat der Konzern im zweiten Quartal ein Betriebsergebnis von 5,1 Milliarden Euro eingefahren. Das sind fast 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anstieg fiel besonders hoch aus, weil Volkswagen vor einem Jahr 1,6 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Dieselskandal zur Seite gelegt hatte, was die Bilanz belastete.

"Sehr gut geschlagen im Gesamtmarkt"

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Umsatz stieg um fast sieben Prozent auf 65,2 Milliarden Euro. Und das obwohl die Auslieferungen sanken. "Der Volkswagen Konzern hat sich im ersten Halbjahr in einem sich insgesamt abschwächenden Gesamtmarkt sehr gut geschlagen", erklärte Finanzchef Frank Witter.

Die Marktschwäche in mehreren Regionen konnte der Konzern dank Verbesserungen beim Produktmix und bei den Preisen ausgleichen. VW profitierte besonders vom SUV-Boom. Für die Stadtgeländewagen können höhere Preise verlangt werden. Zudem brummt das Lkw-Geschäft der gerade erst an die Börse gebrachten Nutzfahrzeugtochter Traton.

Porsche treibt VW an

Als wichtigste Stütze erwies sich die Renditeperle Porsche. Auch für die Kernmarke VW lief es rund. Dagegen musste Audi einen Gang zurückschalten.

Klammert man die Sondereffekte aus, sieht man aber doch ein paar Kratzer in der Bilanz, die die Autoflaute hinterlässt. Das bereinigte operative Quartalsergebnis ging um über acht Prozent auf 5,13 Milliarden Euro zurück. Allerdings hatten Analysten mit einem noch größeren Ergebnisrückgang gerechnet.

Jahresprognose bestätigt

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ARD-Börse: VW - besser als die Konkurrenz

Im Gegensatz zu den beiden heimischen Konkurrenten BMW und Daimler bekräftigte Volkswagen auch seine Prognose. Demnach gehen die Niedersachsen mit ihren zwölf Marken für dieses Jahr unverändert von einem Umsatzplus von bis zu fünf Prozent und einer operativen Rendite vor Sondereinflüssen zwischen 6,5 und 7,5 Prozent aus.

Das Zahlenwerk und der Ausblick von VW überzeugen die Anleger nur kurz. Die Aktien des Autobauers zogen zunächst um zwei Prozent an, büßten dann aber wieder ihre Gewinne ein. Seit Jahresbeginn haben die VW-Papiere gut 17 Prozent zugelegt.

nb

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