Herbert Diess, VW
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Umsatz und Ergebnis wachsen, wenn auch langsamer VW steckt Dieselskandal weg

Stand: 22.02.2019, 17:08 Uhr

Trotz Dieselkrise und Fahrverbots-Diskussion hat der VW-Konzern 2018 erneut Milliarden-Gewinne eingefahren. Allerdings geriet der Wachstumsmotor ins Stocken. Das laufende Jahr dürfte schwieriger werden.

Für 2019 stellt VW eine Umsatzsteigerung von bis zu fünf Prozent in Aussicht. Die Auslieferungen sollen moderat zulegen. 2018 setzten die Wolfsburger 10,8 Millionen Fahrzeuge ab - ein Plus bei 0,9 Prozent.

Warnung vor "stärkerem Gegenwind"

Allerdings warnte Konzernchef Herbert Diess vor "stärker werdendem Gegenwind" in wichtigen Märkten. "Es werden erhebliche Anstrengungen notwendig sein, um unsere ambitionierten Ziele zu erreichen", sagte der 60-jährige Österreicher.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Konjunkturabschwächungen in China und auch die Umstellung auf die neuen Abgasvorschriften WLTP bremsten im vergangenen Jahr den Autokonzern. Dennoch schaffte VW es erneut, den Umsatz um 6,3 Milliarden auf insgesamt 235,8 Milliarden Euro zu verbessern. Das teilten die Wolfsburger am Freitagnachmittag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

Ergebnis steigt auf über 17 Milliarden Euro

Das operative Ergebnis vor Sondereffekten kletterte ebenfalls leicht auf 17,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten 17,0 Milliarden zu Buche gestanden. Analysten hatten mit einem etwas niedrigeren Betriebsergebnis gerechnet. Das Ergebnis vor Steuern stieg kräftig von 13,7 Milliarden auf 15,6 Milliarden Euro.

Die Rendite sank zwar leicht auf 7,3 Prozent, lag aber trotzdem am oberen Ende der von Volkswagen prognostizierten Spanne von 6,5 bis 7,5 Prozent. Am Markt waren 7,1 Prozent prognostiziert worden. Die Marge sei das Wichtigste, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion.

"Dieselgate" hinterließ kaum noch Bremsspuren. Vor allem für die Bewältigung der Dieselkrise mussten die Wolfsburger wie ein Jahr zuvor Sonderkosten von 3,2 Milliarden Euro verbuchen.

Satter Dividenden-Aufschlag für Aktionäre

Trotz des nur leicht gesteigerten Ergebnisses winkt den Aktionären eine deutlich höhere Dividende. Die Stammaktionäre, darunter als größte die Familien Porsche und Piech, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar, sollen 4,80 Euro je Aktie erhalten. An die Vorzugsaktionäre sollen 4,86 Euro je Anteilschein fließen. Für 2017 waren es jeweils 90 Cent weniger.

Anleger zeigten sich hin- und hergerissen nach den vorläufigen Jahreszahlen. Die Aktien von VW zogen zunächst an, drehten dann aber bald ins Minus.

nb