Tiguan und Golf R schweben im Auslieferungsturm der VW-Autostadt in Wolfsburg.
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Sanierungserfolge VW: Sparprogramm zeigt Wirkung

Stand: 27.10.2017, 10:25 Uhr

Volkswagen hat den Gewinn dank Sanierungserfolgen bei der Hauptmarke VW kräftig gesteigert und traut sich eine etwas höhere Ertragskraft zu.

Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte im dritten Quartal überraschend deutlich um 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger am Freitag mitteilten. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis von knapp vier Milliarden gerechnet.

Abzüglich weiterer Rückstellungen für den Dieselskandal in den USA halbierte sich das Ergebnis allerdings auf 1,72 Milliarden Euro. Hier waren Experten von rund 1,5 Milliarden ausgegangen. Der Nettogewinn im Jahresvergleich rutschte sogar um über die Hälfte auf 1,14 Milliarden Euro ab, wie der Dax-Konzern am Freitag mitteilte.

Starkes Ergebnis

Ansonsten lief es aber weitgehend rund bei VW. Die Wolfsburger machten von Juli bis September 55 Milliarden Euro Umsatz, 5,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei der Prognose wird Finanzchef Frank Witter nun optimistischer - Sonderkosten ausgeklammert. Nun strebt der weltgrößte Autobauer eine operative Umsatzrendite moderat über sieben Prozent an. Vorher galt die Richtschnur von sechs bis sieben Prozent, allerdings ohne den Zusatz "vor Sondereinflüssen".

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
144,66
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-2,26%

In den ersten neun Monaten stieg das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen um 17 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. "Das ist ein starkes Fundament, auf das wir aufbauen können", betonte Finanzchef Frank Witter. Die Kernmarke Volkswagen hinkt der Rendite der Töchter audi und Porsche allerdings stark hinterher. Während Porsche im dritten Quartal mit einer Ebit-Marge von 17,2 Prozent glänzte, Audi stolze 9,0 Prozent erreichte, erreichte VW nur bescheidene 3,8 Prozent.

Liquidität von 25 Milliarden Euro

Mit einer Nettoliquidität von mehr als 25 Milliarden Euro im Kerngeschäft verfügt Volkswagen dem Finanzchef zufolge über ein ausreichendes Kapitalpolster. Das ist auch nötig, denn ein Ende von "Dieselgate" ist noch nicht absehbar. Auch gut zwei Jahre nach Bekanntwerden der Manipulation von Abgaswerten musste Volkswagen seine Rückstellungen aufstocken, weil die Nachrüstung und der Rückruf der betroffenen rund 500.000 Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Dieselmotor stockt. Im dritten Quartal schlug deswegen bisher nicht kalkulierte Kosten von knapp 2,6 Milliarden Euro zu Buche, die das Ergebnis schmälerten.

Woran es in den USA im Einzelnen hakt, ist bisher nicht bekannt. Volkswagen hat bisher lediglich mitgeteilt, dass die Umsetzung des Rückkauf- und Nachrüstprogramms zur Entschädigung der Autobesitzer der betroffenen 2,0-Liter Fahrzeuge erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller sei als erwartet. Analysten vermuten, dass der Konzern den Wert Tausender Fahrzeuge, die auf Sonderparkplätzen abgestellt sind, abschreiben musste.

Am Aktienmarkt kommen die Zahlen gut an, die Volkswagen-Vorzüge sind zeitweise sogar der stärkste Wert im Dax.

lg

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