US-Flagge spiegelt sich in einem VW-Logo
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Abgasskandal und Chefwechsel VW: Erfolg in den USA, Misstrauen hierzulande

Stand: 18.04.2018, 08:57 Uhr

Haben die Amerikaner Volkswagen verziehen? Im ersten Quartal hat der Konzern in dem Land zehn Prozent mehr Autos verkauft. Auch vor Gericht konnte VW jetzt einen wichtigen Erfolg verbuchen.

So hat ein Richter Klagen wegen Umweltverstößen von VW in Salt Lake County und Hillsborough County im Zusammenhang mit dem Dieselskandal abgewiesen. Die Regierungsbezirke der Bundesstaaten Utah und Florida hatten über die VW und US-Behörden ausgehandelten Vergleiche hinausgehenden Schadenersatz gefordert.

Der Richter befand jedoch das US-Umweltamt EPA für zuständig. VW begrüßte die Entscheidung und kündigte an, sich nun um die zügige Abweisung ähnlicher Klagen in den USA zu bemühen. Richter Charles Breyer hatte 2017 schon den Bundesstaat Wyoming abblitzen lassen. VW hat im Abgas-Skandal bereits über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten für Vergleiche in Nordamerika verbucht. Der Konzern hatte 2015 eingeräumt, in großem Stil Abgaswerte manipuliert zu haben.

BaFin untersucht Aktienhandel

Trotzdem konnte der Hersteller zuletzt seine Verkäufe in den USA deutlich steigern. So lieferte Volkswagen im ersten Quartal 148.900 Fahrzeuge in dem Land aus, ein Plus von 9,9 Prozent. Im März betrug die Steigerung sogar 13 Prozent, ausgeliefert wurden 57.800 Autos.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
146,74
Differenz relativ
+0,18%

Hierzulande sorgt der Aktienhandel rund um den jüngsten Vorstandswechsel für Aufmerksamkeit der Finanzaufsicht BaFin. "Wir werden uns den Handel in Aktien der Volkswagen AG routinemäßig auf mögliche Hinweise für Insiderhandel und/oder Marktmanipulation ansehen", zitierte die "Wirtschaftswoche" eine Behördensprecherin.

Analysten sind bullish

Das "Handelsblatt" hatte dem Bericht zufolge bereits vor der offiziellen Ad-hoc-Mitteilung des VW-Konzerns berichtet, dass Herbert Diess Nachfolger des bisherigen Vorstandschefs Matthias Müller werden soll. Die Meldung hatte zu einem Anstieg des VW-Aktienkurses geführt. Auch in den Folgetagen, noch vor der offiziellen Ad-hoc-Mitteilung, war der Kurs spürbar gestiegen.

Inzwischen äußern sich auch immer mehr Analysten positiv zu Volkswagen. Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für die Vorzugsaktien von 195 auf 212 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Auch Goldman Sachs hat die Vorzüge von Volkswagen vor den Quartalszahlen, die am 26. April veröffentlicht werden, auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 241 Euro belassen.

lg