Neues VW-Logo auf ID.3

Konzern verteidigt Elektrostrategie VW doch an Tesla interessiert?

Stand: 10.09.2019, 08:32 Uhr

Vor Beginn der Automesse IAA in Frankfurt kann sich der Volkswagen-Konzern über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Ein neues Elektromodell wird auf der Messe vorgestellt, VW hat sich ein neues Logo verpasst, und es gibt neue Spekulationen um eine Beteiligung von Tesla.

VW überlegt zu Beginn der Automesse in Frankfurt wohl doch intensiver, sich am Elektroautohersteller Tesla zu beteiligen. Volkswagen-Miteigner Wolfgang Porsche schließt eine Beteiligung an dem US-Elektroautobauer Tesla offenbar nicht aus. "Man muss immer alles überlegen dürfen", sagte der 76-Jährige auf Fragen von Journalisten am Rande einer VW-Veranstaltung am Vorabend der Automesse IAA in Frankfurt. Im Moment sei Tesla jedoch viel zu teuer.

Volkswagen hatte erst im August einen Magazin-Bericht zurückgewiesen, wonach Vorstandschef Herbert Diess mit einer Beteiligung an dem Elektroautopionier liebäugelt. Derartige Spekulationen seien gegenstandslos. Das Magazin hatte einen ranghohen Manager mit den Worten zitiert, Diess "würde sofort einsteigen, wenn er könnte". Das Geld sei da, mit der Zustimmung der Großaktionäre, der Familien Porsche und Piëch, sei es aber schwierig.

Neues "Umwelt"-Logo

Neues VW-Logo wurde enthüllt

Neues VW-Logo. | Bildquelle: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Durchaus symbolträchtig, dass Volkswagen ausgerechnet zur diesjährigen Autoschau in Frankfurt sein neues Logo platziert. Am Montagabend wurde es auf seinem Markenhochhaus in Wolfsburg enthüllt. Ohne den bisherigen 3D-Effekt, dafür mit einem unten nicht an den Kreis angebundenen "W" soll das Logo leichter wirken als zuvor. Das schlichtere Design ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung der Markenstrategie, mit der Volkswagen sich authentischer und umweltfreundlicher präsentieren will.

Dazu passt auf die Präsentation des vollelektrischen Modells ID.3 auf der Automesse IAA in Frankfurt, der erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird. "Wir glauben, wir haben eine Ikone geschaffen", so Jochen Sengpiehl, Marketingchef der Volkswagen-Kernmarke VW Pkw, bereits Ende August. Zur neuen Markenstrategie gehört auch ein Sound-Logo, das anstelle eines Werbespruchs eingesetzt werden soll. Als neue Markenstimme wurde die deutsche Synchronstimme von Scarlett Johansson, Luise Helm, engagiert.

VW ID.3

VW ID.3. | Bildquelle: Volkswagen

ID.3, der Hoffnungsträger

Mit dem ID.3 will VW im Bereich der Mittelklasse-Fahrzeuge punkten und nicht zuletzt Tesla Konkurrenz machen. Der ID.3 sei "mehr als ein neues Modell", meinte der VW-Chef Herbert Diess bei der Vorstellung des Wagens. "Das ist das Auto, das von uns jetzt erwartet wird." Es sei ein "entscheidender Moment". Die Serienfertigung des ID.3 soll im November im VW-Werk Zwickau anlaufen, für das Frühjahr 2020 sind die ersten Auslieferungen geplant. Zwar hat der Konzern bereits einige Elektroautos im Programm - etwa den Audi e-tron oder den E-Sportwagen Porsche Taycan, dessen Produktionsstart am Montag war. Eine rein elektrische Großserie zu einem geringeren Einstiegspreis fehlte bisher aber noch.

Proteste von Umweltschützern auf der IAA erwartet

Derweil muss sich auch der Autokonzern, wie die gesamte Branche, mit Kritik von Klimaschützern auseinandersetzen. In Frankfurt werden massive Proteste erwartet. Im Zentrum der Kritik stehen Stadtgeländewagen - Sports Utility Vehicles (SUVs) sagen deren Befürworter, Stadtpanzer oder Klimakiller deren Gegner. Ob sie klassische Verbrennungsmotoren oder hochpotente Elektroantriebe unter der Haube haben, spielt kaum noch eine Rolle. Für Greenpeace etwa steht außer Frage, dass SUVs im Widerspruch zum Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Sie seien "zu groß, zu schwer, zu klimaschädlich". Erstmals könnten 2019 mehr als eine Million Neuwagen dieses Typs auf die deutschen Straßen rollen. "Auf der IAA werden Klimakiller gefeiert", sagte Greenpeace-Sprecherin Marion Tiemann.

AB

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Eine Geschichte des VW-Logos Galerie

VW-Logo 1937

1937: Die Urversion des VW-Emblems mit dem Zahnrad ähnelt dem Logo der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront (DAF). Sie war Eigentümerin des Ende Mai 1937 gegründeten Unternehmens. Das Markenzeichen "V und W im Kreis" stammt laut Firmenchronik von Porsche-Motorenkonstrukteur Franz Xaver Reimspieß.