Golf 8

Prognose zurückhaltender VW: Es wird nicht leichter

Stand: 30.10.2019, 09:30 Uhr

Der Volkswagen-Konzern kann auf neun sehr erfolgreiche Monate zurückblicken. Aber die konjunkturelle Unsicherheit nimmt zu.

In den ersten neun Monaten konnte der Wolfsburger Autobauer seinen Umsatz um 6,9 Prozent auf 186,6 Milliarden Euro in die Höhe schrauben. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen legte um 11,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro zu. Volkswagen profitierte von sinkenden Aufwendungen für juristische Verfahren rund um den Dieselskandal - diese gingen von 2,4 Milliarden Euro über die drei ersten Quartale 2018 auf 1,3 Milliarden Euro in diesem Jahr zurück. Der Netto-Cashflow verbesserte sich von 5,1 auf 8,6 Milliarden Euro.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
98,91
Differenz relativ
+0,08%

Volkswagen-Finanzchef Frank Witter erklärte, der Konzern "behauptet sich gut in einem herausfordernden Marktumfeld". Bei der Prognose für die Fahrzeugauslieferungen dämpfte der Konzern angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche allerdings die Erwartungen: Statt eines leichten Anstiegs sollen die Auslieferungen nun auf dem Niveau des Vorjahres verharren.

SUVs spülen Geld in die Kasse

Besonders stark entwickelten sich in den vergangenen Monaten erneut der Sportwagenhersteller Porsche und die beiden Lkw-Hersteller MAN und Scania, deren Holding Traton SE seit kurzem an der Börse notiert ist. Die Hauptmarke VW steigerte ihr Betriebsergebnis im Quartal sogar um rund 40 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das lag auch an der gestiegenen Nachfrage nach SUVs. Witter verwies auf einen Anteil der Stadtgeländewagen von rund einem Drittel.

Außerdem half die schwache Vorjahresentwicklung durch das Chaos bei der Umstellung auf den neuen Abgasmessverfahren WLTP. Die neue Norm habe man im laufenden Jahr deutlich besser bewältigt, erklärte Witter.

Audi enttäuscht erneut

Die Tochter Audi entwickelte sich weiter unterdurchschnittlich. Das Ergebnis ging in den ersten neun Monaten um eine halbe Milliarde Euro auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Mit der Entwicklung sei man "nicht ganz" zufrieden, so Witter.

Die Börse reagierte trotz der etwas unsicheren Zukunftsaussichten positiv. Die im Dax notierten Vorzugsaktien legten zu Handelsbeginn um rund drei Prozent auf 178,50 Euro zu.

ME/dpa/rtr

1/10

Die achtköpfige Golf-Familie Vom kargen Vehikel zum High-Tech-Gefährt

Modell Golf 1 von Volkswagen VW.

Golf 1
1974 brachte Volkswagen den ersten Golf auf den Markt. Das nur rund 4.100 Euro teure 50-PS-Auto wurde zum Erfolgsmodell: 6,7 Millionen Mal wurde es verkauft. Dieser Rekord wurde seither nie mehr erreicht.