VW I.D. Cross
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Großoffensive im E-Autobereich VW: Jetzt fließen die Milliarden

Stand: 09.11.2018, 08:56 Uhr

Während der Erfolg von Tesla die deutschen Autohersteller altbacken aussehen lässt und sie wegen der Dieselproblematik in eine tiefe Krise gestürzt sind, will Volkswagen nun zum Gegenschlag ausholen - in großem Stil.

Der Aufsichtsrat soll Unternehmenskreisen zufolge am kommenden Freitag (16. November) grünes Licht für den Plan von Konzernchef Herbert Diess geben, in den nächsten Jahren drei Werke auf die Produktion von rein batteriegetriebenen Fahrzeugen umzustellen - zwei mehr als bislang geplant. Das wenig gefragte Mittelklassemodell Passat soll aus Emden in ein Skoda-Werk in Tschechien verlagert werden.

Herbert Diess, VW

Herbert Diess, VW. | Bildquelle: picture alliance / Swen Pförtner/dpa

Dadurch soll in der Fabrik in Ostfriesland mit 9.000 Beschäftigten Platz geschaffen werden, um dort in großem Stil E-Autos zu bauen. Auch das VW-Transporterwerk in Hannover soll umgepolt werden. In Zwickau in Sachsen laufen solche Vorbereitungen bereits. "Mit dieser Strategie wollen wir in einem hochpreisigen Land die Beschäftigung sichern", sagte ein Spitzenmanager.

Partnerschaft mit Südkorea

Die damit verbundenen Investitionen will der Konzern größtenteils durch Sparprogramme finanzieren. "Wir müssen das selbst erbringen," sagte ein Insider der Agentur Reuters. Die bis Ende 2022 beschlossenen Investitionen von 34 Milliarden Euro in die Elektromobilität, autonomes Fahren, Digitalisierung und neue Mobilitätsdienste sollen nicht wesentlich steigen.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Um bei der geplanten Steigerung der Zahl an Elektroautos die nötige Menge an Energiespeichern zur Verfügung zu haben, verhandelt der Konzern mehreren Eingeweihten zufolge über eine Partnerschaft mit dem koreanischen Batteriezellenhersteller SK Innovation. Ziel ist der Bau einer Batteriezellenfabrik in Europa, wie es in Konzernkreisen hieß. In Deutschland sei das aktuell ökonomisch ohne massive Hilfe der Politik nicht machbar.

200.000 E-Autos in Emden

Davon unabhängig sind einem Unternehmensinsider zufolge die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der eine Anschubfinanzierung für ein Industriekonsortium zur Fertigung von Batteriezellen in Aussicht gestellt hat. Details werden kommende Woche erwartet, wenn Altmaier auf einem Kongress in Berlin über Elektromobilität sprechen soll.

VW I.D. Crozz

VW I.D. Crozz. | Bildquelle: picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Die Pläne von Volkswagen für das Werk in Emden sehen vor, dort ein besonders günstiges Elektromodell mit einer Stückzahl von 200.000 Einheiten im Jahr zu bauen. Das intern "MEB entry" genannte Fahrzeug soll für unter 20.000 Euro zu haben sein. Daneben soll dort der Elektro-Passat I.D. Aero mit einer Stückzahl von 100.000 Einheiten vom Band rollen, womit Emden auf eine Kapazität von rund 300.000 Fahrzeuge käme.

Partnerschaft mit Ford

In Hannover soll der elektrische Bulli-Nachfolger I.D. Buzz mit einer Stückzahl von mehr als 100.000 Einheiten gebaut werden. Das Werk, in dem unter anderem der Transporter T6 vom Band rollt, soll in den nächsten Jahren weitere Elektrofahrzeuge bekommen, darunter Insidern zufolge auch den Lounge SUV und den I.D. Cargo. Dafür soll ein Teil der Transporterproduktion an ein Werk des künftigen Partners Ford in der Türkei abgegeben werden.

Das Werk in Zwickau wird bereits zu einem europäischen Standort für die Serienproduktion von Elektrofahrzeugen umgebaut. Den Anfang soll dort Ende 2019 der kompakte I.D. Neo machen, den VW als erstes "CO2-neutrales Fahrzeug" anpreist. Der I.D. Cross soll ab 2020 folgen. Um Platz zu schaffen, wurde die Produktion des Passat in Zwickau im Sommer eingestellt. Golf und Golf Variant, die dort noch vom Band laufen, sollen nach und nach an das Stammwerk Wolfsburg abgegeben werden.

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