Herbert Diess, VW

Zu Winterkorn VW-Chef wechselt in den Aufsichtsrat des FC Bayern

Stand: 27.11.2018, 11:12 Uhr

Zeichen im Machtkampf gegen BMW: Herbert Diess wird offenbar neuer Aufseher beim FC Bayern München. Ablösen soll er demnach den ehemaligen Audi-Chef Stadler. Diess würde auf einen umstrittenen alten Bekannten treffen.

Neuzugang im Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters: VW-Chef Herbert Diess soll nach Informationen des "Handelsblatts" in das Kontrollgremium einziehen. Er soll den Posten von Rupert Stadler als stellvertretenden Aufsichtsratschef übernehmen, der im Sommer verhaftet wurde und Anfang Oktober seine Funktion als Audi-Chef verlor. Als Grund führte das Volkswagen die Untersuchungshaft an.

Er soll versucht haben, in den Ermittlungen wegen des Dieselskandals bei Audi Zeugen oder Beschuldigte zu beeinflussen. Zwar kam Stadler Ende Oktober auf freien Fuß. Seinen Posten bekam er aber nicht zurück. Nun fliegt er also auch aus dem Aufsichtsrat des FC Bayern.

Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender Audi

Rupert Stadler. | Bildquelle: Unternehmen

Winterkorn weiterhin im Aufsichtsrat

Diess als neuer Kontrolleur soll offenbar auch als Zeichen gegen BMW gesehen werden. Schon seit einiger Zeit versucht der Audi-Rivale, mit einem höheren Angebot den Ingolstädter Autobauer als Hauptsponsor beim FC Bayern vorzeitig abzulösen. Dieser hält aktuell 8,33 Prozent des Vereins, wofür er etwa 90 Millionen Euro investierte. Jedes Jahr zahlt Audi rund 30 Millionen an den FC Bayern.

Martin Winterkorn

Martin Winterkorn. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Bayern-Präsident Uli Hoeneß soll angeblich nicht abgeneigt sein. Mit Diess im Aufsichtsrat will VW ein klares Bekenntnis zu dem Sponsoringvertrag setzen, der noch bis 2025 läuft. Kurios: Falls Diess tatsächlich Aufseher wird, trifft er dort auf seinen Vor-Vorgänger Martin Winterkorn. Gegen diesen besteht weiterhin Haftbefehl in den USA wegen Betrugs und Verschwörung im Diesel-Skandal.

Doch auch der jetzige Chef Diess wird belastet. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen Marktmanipulation. Dabei geht es um die Frage, ob VW seine Aktionäre früher über die drohenden Strafzahlungen in den USA hätte informieren müssen. Eine erste Schadensberechnung verkündete der Richter am Montag.

Audi-Interimschef alternativlos

Derweil berichtet das "Handelsblatt" weiter, dass der Audi-Aufsichtsrat bereits am Donnerstag laut Konzernkreisen dem bislang kommissarisch agierenden Chef Bram Schot einen Vertrag bis Ende 2021 geben soll.

tb