VW-Logo wirft einen Schatten auf ein Scania-Logo
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Abspaltung bis 2019? VW macht Brummis fit für die Börse

Stand: 05.03.2018, 08:31 Uhr

Der Volkswagen-Konzern stellt laut einem Medienbericht die Weichen für einen Börsengang der Lkw-Sparte mit den Marken MAN und Scania. Der Schritt aufs Börsenparkett könnte danach im kommenden Jahr erfolgen.

Noch ist der strategische Schritt noch nicht offziell. Eine VW-Sprecherin erklärte am Wochenende nur, man halte sich "alle Optionen offen". Das "Handelsblatt" sieht Volkswagen auf dem Weg schon ein gutes Stück weiter die Lkw-Sparte an die Börse zu bringen und beruft sich dabei auf "Konzernkreise".

"Kapitalmarktfähigkeit" als Zwischenziel

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
151,26
Differenz relativ
-3,08%

Danach hat der Vorstand der Wolfsburger in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Sparte VW Trucks & Bus in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Außerdem solle der Bereich dann auch ein eigenes Rating erhalten. Diese Maßnahmen sollten die "Kapitalmarktfähigkeit" der Lkw-Sparte erreichen. Ein Manager hat gegenüber der Zeitung erklärt, dass die Aktie des Brummi-Bereichs dann im Frühjahr 2019 starten könnte.

Der Wert von VW Trucks & Bus mit den Marken MAN und Scania wird von Experten auf einen niedrigen zweistelligen Milliardenbereich geschätzt. Neben dem Börsengang der Siemens-Sparte Healhineers, die in den kommenden Wochen an die Börse gebracht wird, könnte VW mit seiner Lkw-Sparte einen weiteren Riesenbörsengang lancieren. Der Bereich beschäftigt derzeit weltweit 81.000 Mitarbeiter und hat im vorletzten Geschäftsjarh 184.000 Lkw und Busse verkauft, etwas mehr als im Jahr zuvor.

Holding als Konzernvision?

Laut dem Handelsblatt hat sich in den Führungsgremien des Konzerns und auch bei den Eigentümer-Familien Porsche und Piech die Überzeugung durchgesetzt, dass es zwischen Lkw- und Pkw-Bereich keine nennenswerten Synergien gibt - und das beide Sparten alleine effektiver arbeiten können. VW Trucks & Bus ist derzeit noch schwerpunktmäßig in Europa präsent. Durch kleinere Zukäufe hat sich der Bereich zuletzt in die Regionen Nordamerika und Asien vorgetastet.

Mit einer Abspaltung und einem IPO der Sparte würde im Volkswagen-Konzern auch ein Kulturwandel eingeläutet. Statt eines integrierten Fahrzeugherstellers mit Pkw und Lkw, wie er einst von Patriarch Ferdinand Piech favorisiert worden war, würde sich das Unternehmen eher in Richtung eine Holding mit mehreren operativen Bereichen wandeln. Allerdings steht das Management dabei noch vor einigen Hürden mit seinen möglichen Plänen. Der starke Betriebsrat aber auch das Land Niedersachsen müssen von der neuen Ausrichtung zunächst überzeugt werden.

AB