Lamborghini Sian

Abspaltung von VW im Gespräch Lamborghini bald an der Börse?

Stand: 01.10.2020, 14:41 Uhr

Nach Aston Martin und Ferrari könnte demnächst auch die Rennwagenschmiede Lamborghini an die Börse gebracht werden. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

"Volkswagen ist dabei, Lamborghini rechtlich zu verselbstständigen, die künftigen Lieferbeziehungen und den Technologietransfer zu regeln", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei, die zu Audi gehörende italienische Tochter an die Börse zu bringen, wobei Volkswagen weiter an Lamborghini beteiligt bleiben wolle.

Eine weitere Person sagte, sowohl der Zeitplan als auch die Details einer möglichen Transaktion seien noch offen. "Dies ist ein erster Schritt, der VW die Möglichkeit gibt, die Einheit zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse zu bringen."

Wichtige Weichenstellungen angekündigt

Lamborghini Urus

Lamborghini Urus. | Bildquelle: Imago

Eine weitere mit den Gesprächen bei VW vertraute Person sagte, im Aufsichtsrat sei am vergangenen Freitag über die Marken Bugatti, Lamborghini und Ducati gesprochen worden. Bei Bugatti und Lamborghini sei es sowohl um eine mögliche Elektrifizierung der Marken als auch um denkbare Partnerschaften oder Investoren gegangen. Das Management lote derzeit mögliche Interessenten aus. Banker und mögliche Investoren seien bereits darauf angesprochen worden, sagte einer der drei Insider. Volkswagen lehnte eine Stellungnahme ab.

Konzernchef Herbert Diess hatte auf der virtuellen Hauptversammlung am Mittwoch wichtige Weichenstellungen noch in diesem Jahr angekündigt. Der Autokonzern müsse sich "wandeln von einer Sammlung wertvoller Marken" vorwiegend mit Verbrennungsmotoren zu einem Digitalunternehmen, das Millionen vernetzter Elektrofahrzeuge zuverlässig betreibe.

Abschied von Luxusmarken?

Diess will den Wolfsburger Mehr-Markenkonzern in den nächsten Jahren zu einem führenden Anbieter von Elektroautos und selbstfahrenden Fahrzeugflotten machen. Damit könnten die Tage der besonders PS-starken Luxuskarossen der Marken Bugatti und Lamborghini genauso gezählt sein wie die der Ducati-Motorräder.

Hochrangigen Managern zufolge will Volkswagen im November seine Strategie nachbessern - auch vor dem Hintergrund der EU-Pläne für eine erneute Verschärfung der Vorgaben für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid.

Lamborghini mit starker Bilanz

Lamborghini hatte viel Geld in die Entwicklung eines SUVs gesteckt - und war damit offenbar sehr erfolgreich. Im Geschäftsjahr 2019 erreichte das Unternehmen bei Absatz, Umsatz und Rentabilität Rekordwerte. So kletterte der Umsatz um 28 Prozent von 1,81 Milliarden Euro, der weltweite Absatz kletterte sogar um 43 Prozent auf 8.205 Fahrzeuge in die Höhe.

Die Börsengänge der beiden wichtigsten Konkurrenten von Lamborghini verliefen höchst unterschiedlich. Während die Aktie von Ferrari kräftig zulegte, war das erst im Oktober 2018 vollzogene IPO von Aston Martin ein Desaster: Die Aktie fiel seitdem von 1.900 Pence auf zuletzt knapp 50 Pence.

lg/rtr

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