Tiguan und Golf R schweben im Auslieferungsturm der VW-Autostadt in Wolfsburg.

Diesel-Delle fast ausgebeult VW-Aktie wieder auf alten Höhen

Stand: 30.10.2017, 14:18 Uhr

Die Diesel-Affäre hat den Volkswagen-Konzern Milliarden gekostet und ist immer noch nicht ganz ausgestanden. Die VW-Vorzugsaktie kommt inzwischen aber schon wieder in Kursregionen aus der Zeit vor der Krise.

Mit rund 3,2 Prozent Kursplus notiert die Aktie des Autoriesen am Montagnachmittag klar an der Dax-Spitze. Mit 157 Euro nähert sich der Kurs einem markanten Wert: Bei 162,40 Euro hatte der Titel notiert, bevor im September die Diesel-Affäre bekannt wurde und die Wolfsburger samt ihrer Aktie in die Krise stürzte.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
140,54
Differenz relativ
-1,65%


Auf unter 100 Euro stürzte der Titel in den Folgewochen, erst allmählich stabilisierte sich die Aktie im dreistelligen Bereich, musste nach Erholungsphasen immer wieder Rücksetzer verdauen

Analysten wohlgesonnen

Nun scheint es, als könne die VW-Aktie sich aus der Pendelbewegung der vergangen zwei Jahre herausbewegen. Am Montag sorgten gleich mehrere Nachrichten dafür, dass der entscheidende Impuls in Richtung Vorkrisenstand gesetzt werden konnte.

Die guten Zahlen zum dritten Quartal, die die Wolfsburger am Freitag gemeldet hatten, sorgen für mehr und mehr Analystenlob. Am Montag stimmte Analyst Stephen Reitman von der französischen Société Générale in den Chor ein: VW vollziehe derzeit eine Trendwende im Pkw-Geschäft. Ebenso wie Marc Rene Tonn von Warburg Research stufte Reitman die Aktie nun auf "Kaufen".

Kernmarke und Sportwagen gefragter

Passend dazu hatte der Konzern am Morgen seine Prognose für die Ergebnisse aus der Kernmarke VW leicht nach oben angepasst. Laut VW-Markenchef Herbert Diess ist das Unternehmen auf dem Weg, seine "zentralen strategischen Ziele" zu erreichen. Die Kernmarke mit den wichtigen Umsatztreibern wie dem Golf, dem Tiguan oder dem Passat wird danach bei der operativen Umsatzrendite "moderat" über der bislang genannten Spanne von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen. Die Modelloffensive von VW in diesem Bereich zahlt sich offenbar aus.

Frohe Kunde gab es ebenfalls am Montag von der Sportwagen-Tochter Audi. Die schaffte im dritten Quartal 2017 eine Steigerung des Betriebsergebnisses um 100 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Der Umsatz der VW-Tochter wurde um zwei Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Audi-Chef Rupert Stadler sprach von einem "robusten Ergebnis unter schwierigen Rahmenbedingungen". Die scheint nun langsam auch der Gesamtkonzern abzuschütteln - genau wie die VW-Aktie.

AB