Neues VW-Logo auf dem Dach der Unternehmenszentrale

Ergebnis eingebrochen VW: Corona erzwingt den Abschied von der Prognose

Stand: 16.04.2020, 13:34 Uhr

Weniger Umsatz, das operative Ergebnis bricht ein: Überraschend stellt Volkswagen heute die Eckdaten des ersten Quartals vor. Auch die Prognose ist nicht mehr zu halten.

Der Volkswagen-Vorstand teilt heute mit, dass die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2020, die mit dem Jahresabschluss 2019 veröffentlicht wurden, nicht mehr erreicht werden können: "Es ist im Moment nicht absehbar, wann eine neue Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr möglich ist. Die durch die Pandemie hervorgerufenen Auswirkungen auf die Kundennachfrage, Lieferketten und die Produktion sind aktuell nicht verlässlich einschätzbar", heißt es weiter.

Turbulente Märkte drücken auf das Ergebnis

Im abgelaufenen ersten Quartal ging der Umsatz nach vorläufigen Zahlen von 60 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 55 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) sackte auf 0,9 Milliarden Euro ab. Vor einem Jahr hatte es noch bei 3,9 Milliarden Euro gelegen. Turbulenzen auf den Rohstoff- und Kapitalmärkten hätten das Ergebnis in Summe mit rund 1,3 Milliarden Euro belastet. Auch negative Währungseinflüsse spielten eine Rolle.

VW-Finanzvorstand Frank Witter

VW-Finanzvorstand Frank Witter. | Bildquelle: picture alliance/Ole Spata/dpa

Finanzvorstand Frank Witter hatte bereits mit dem Produktionsstopp infolge der Corona-Krise angedeutet, dass das Ergebnis deutlich unter Druck geraten würde. Der Konzern habe bereits zahlreiche Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken, hieß es.

Die Aktie legt zu

Daneben habe die Sicherung der Liquidität höchste Priorität, die im Automobilbereich zuletzt bei 17,8 Milliarden Euro lag. Der Fokus liege insbesondere auf der Optimierung des Working Capital und der Priorisierung von Investitionen. Derzeit will der Konzern auch in Europa und Nordamerika die Produktion mit erhöhten Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter wieder stufenweise hochfahren.

VW-Werk in Bratislava

VW-Werk in Bratislava. | Bildquelle: picture-alliance/Koller Jan/CTK/dpa

Die Aktie gehört zu den stärksten Dax-Werten mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent. Bereits die Aussicht auf den Neustart der Produktion hatte der Aktie Auftrieb gegeben.   

ts