VTG-Mineralölwagen im Ganzzugverkehr
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Kühne steigt aus Übernahmeangebot für VTG

Stand: 16.07.2018, 09:13 Uhr

Über eine Tochtergesellschaft kauft eine Investmentgesellschaft der US-Großbank Morgan Stanley die Mehrheit an dem SDax-Unternehmen. Für Anleger lautet das Angebot nun: 53 Euro je Aktie. Die Anteilsscheine legen bereits am Montagmorgen kräftig zu.

Um rund 16 Prozent nach oben geht es im Xetra-Handel mit der VTG-Aktie. Der Schlusskurs vom Freitag hatte bei 48,15 Euro gelegen, nun springt der Titel bereits deutlich über das Niveau des Übernahmeangebotes nach oben. Denn das liegt bei 53 Euro.

53 Euro für Kühne

Der Waggonvermieter wird wohl bald zu gut 49 Prozent dem Investor Die Warwick Holding GmbH gehören. Dieser ist wiederum eine indirekte 100-prozentige Tochtergesellschaft von Fonds, die von Morgan Stanley Infrastructure Inc. beraten werden. Als Folge des Deals macht Warwick ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der VTG Aktiengesellschaft. Das VTG-Management hält die Offerte indes für zu niedrig.

Das Angebot folgt einem Kauf eines Pakets von rund 20 Prozent an der VTG durch Warwick, das bislang von der Kühne Holding gehalten wurde. Auch dieses Paket wurde für 53 Euro je Aktie gekauft. Die Kühne Holding gehört dem Hamburger Investor Klaus-Michael Kühne, der durch den Verkauf seines Pakets mit einem Erlöse von 300 Millionen Euro rechnen kann.

Morgan Stanley Infrastructure Partners ist ein Infrastrukturinvestor der bereits im Oktober über Warwick bei VTG eingestiegen ist. Damals wurde eine 29-prozentige Beteiligung gekauft. Ob es dem Großaktionär gelingt, wie geplant "die Wachstumsinitiativen der VTG AG aktiv zu unterstützen", bleibt abzuwarten.

Zahlen machen Mut

Das Schienenlogistik-Unternehmen hatte im Mai ermutigende Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Der Konzernumsatz lag mit 255,1 Millionen Euro um fünf Prozent über dem Vorjahreszeitraum (243,8 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs deutlich um 16,1 Prozent auf 88,9 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente VTG 16,6 Millionen Euro.

Der Milliardär Wilbur Ross hatte die VTG 2005 dem Touristik-Konzern Tui abgekauft und sie 2007 an die Börse gebracht. Die VTG verfügt über einen Bestand von rund 80.000 Eisenbahn-Güterwagen, die sie an die Chemie-, Mineralöl- oder Agrarindustrie vermietet. Zudem wickelt sie selbst Schienen-Transporte ab.

Die Aktie des SDax-Unternehmens hatte sich Anfang Juni auf ein Allzeithoch bei rund 56 Euro nach oben geschaukelt, war dann aber wieder auf 48 Euro zurückgekommen.

AB