VTG-Mineralölwagen im Ganzzugverkehr
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Prognose revidiert VTG: Wenn nur die hohen Kosten nicht wären

Stand: 18.08.2017, 08:44 Uhr

Eigentlich läuft bei dem Waggonvermieter VTG alles bestens. Der Güterverkehr per Bahn steigt und die Gewinne sprudeln. Doch es kommen zusätzliche Ausgaben auf das SDax-Unternehmen zu.

Die ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Güterwaggons zu Beginn des dritten Quartals hat ihren Preis. Weil rund 1.100 bisher unvermietete Wagen zunächst Ingang gesetzt werden müssen, entstehen zusätzliche Kosten die das Ergebnis zunächst belasten werden. Der Vorstand der VTG AG geht derzeit von zusätzlichen Belastungen in Höhe von rund 4,0 Millionen Euro aus.

Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass sich die positive Nachfrage im vierten Quartal fortsetzen wird, was zusätzliche Aufwendungen für die Ingangsetzung zur Folge hätte. Darüber hinaus hat die europäische Eisenbahnagentur (ERA) Anfang August technische Änderungen an bestimmten Bremssystemen beschlossen, die zu einer weiteren Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahngüterverkehr beitragen sollen. Bei der VTG ist in diesem Zusammenhang an rund 950 Containertragwagen die Überarbeitung von Bremssystemen erforderlich, die zu einem Einmalaufwand von rund 2,5 Millionen Euro in 2017 führen wird.

Ergebnis nach unten revidiert

Die VTG-Führung geht deshalb davon aus, dass das Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr 2017 niedriger ausfallen könnte als bisher erwartet. Der Vorstand erwartet nun ein Ebitda in der Bandbreite von 330 Millionen bis 360 Millionen Euro. Zuvor wurde ein leichter Anstieg über das Vorjahresergebnis von 345,3 Millionen Euro prognostiziert. Der Umsatz dürfte leicht über dem Vorjahreswert von 986,9 Millionen Euro liegen.

Mögliche Ergebniseffekte aus der geplanten Übernahme der Nacco Gruppe sind in der revidierten Prognose enthalten. Abhängig vom Zeitpunkt der erwarteten Zustimmung der Kartellbehörden können sich hieraus für das laufende Geschäftsjahr sowohl Ergebnisbeiträge, bei einer frühzeitigen positiven Entscheidung, als auch Mehrbelastungen, bei einer späteren Entscheidung, ergeben.

Gutes Ergebnis im zweiten Quartal

VTG hatte Anfang Juli den Kauf der in Paris ansässigen CIT Rail Holdings bekanntgegeben, für 780 Millionen Euro. Dazu gehört die Nacco Gruppe, ein Vermieter von Eisenbahngüterwagen in Europa, mit einer Flotte von rund 14.000 Güterwagen.

Im zweiten Quartal haben sich die Belastungen noch nicht bemerkbar gemacht. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Konzernumsatz auf 255 Millionen Euro, nach 243,8 Millionen Euro im ersten Quartal 2017. Das Ebitda erreichte 86,7 Millionen Euro, nach 76,6 Millionen Euro im Vorquartal. Die Auslastung stieg zum Ende des zweiten Quartals 2017 auf 91,2 Prozent. Das endgültige Ergebnis des zweiten Quartals soll am 29. August veröffentlicht werden.

Die in den vergangenen Monaten kräftig gestiegene Aktie kommt am Morgen etwas unter Druck.

lg