Aufgebrochene, rissige Erde im Norden von Kenia - Auswirkungen des Klimawandels

Dax-Konzerne und das Klima voRWEg gehen in die Klima-Katastrophe

Stand: 27.11.2019, 13:11 Uhr

Es steht nicht gut um das Weltklima. Doch wie groß ist der Einfluss der Dax-Konzerne? Eine Studie lässt tief blicken.

Die Frankfurter Klimaberatungsfirma "Right Based on Science" hat einmal genau hingeschaut. Wie würde sich die Durchschnittstemperatur bis 2050 auf der Erde entwickeln, wenn alle Unternehmen weltweit genauso wie das jeweils untersuchte Dax-Unternehmen wirtschaften würden? Und wie groß sind die Auswirkungen, wenn geplante Maßnahmen - falls vorhanden - auch tatsächlich umgesetzt werden?

Sieben ohne Ziele

Zuerst einmal fällt auf, dass laut der Studie fünf der 30 Dax-Konzerne überhaupt keine Klimaziele formuliert haben: Adidas, Fresenius, Fresenius Medical Care (FMC), Vonovia und Wirecard. Es ist also nicht klar, welche Maßnahmen diese Unternehmen verfolgen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Darin hatten sich im Jahr 2015 die meisten Staaten verpflichtet, zu einer Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad beizutragen.

Bei einer unveränderten Geschäftspolitik ohne weitergehende Maßnahmen würden nur sieben Dax-Konzerne dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen: Deutsche Börse, Deutsche Telekom, Fresenius, Fresenius Medical Care (FMC), Infineon, Merck und SAP.

Am besten schneiden auf Basis der angestrebten Maßnahmen die Allianz (1,5 Grad), Deutsche Telekom (1,52 Grad) und SAP (1,38 Grad) ab.

RWE, HeidelbergCement und Eon sind die größten Sünder

Negativer Spitzenreiter ist der Energiekonzern RWE. Bei gleichbleibend großen Emissionen aller weltweiten Unternehmen wie derzeit von RWE würde die Durchschnittstemperatur bis 2050 um 13,8 Grad ansteigen. Klimasünder Nummer zwei wäre HeidelbergCement mit 10,7 Grad, gefolgt von Eon mit 8,3 Grad.

Legt man geplante Maßnahmen der Unternehmen zugrunde, würde sich das Bild etwas wandeln. Dann wäre HeidelbergCement mit einem Anstieg von 10,3 Grad auf den negativen ersten Platz, gefolgt von RWE mit 9,5 Grad und Eon mit 8,1 Grad.

Um das Ziel einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,75 Grad zu erreichen, müssten HeidelbergCement und Eon ihre Anstrengungen zur Vermeidung von Emissionen mehr als verdoppeln und RWE mehr als verdreifachen - im Vergleich zu den für ihre Branchen noch tragbaren Temperaturen. Die bisherigen Pläne der Konzerne sprechen aber eine andere Sprache.

ME