Vonovia und Buwog
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Dank steigender Mieten Vonovia wird zur Gewinnmaschine

Stand: 06.03.2018, 08:43 Uhr

Wie erwartet haben steigende Mieten dem größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Analysten hatten sogar noch mehr erhofft. In diesem Jahr dürfte sich der Anstieg allerdings verlangsamen.

Das operative Ergebnis - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations I (FFO I) - erhöhte sich um gut ein Fünftel auf 920,8 Millionen Euro, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Morgen mitteilte. Damit übertraf der Bochumer Immobilienkonzern seine Zielvorgabe hauchdünn. Analysten hatten einen Anstieg des operativen Ergebnisses (FFO I) von 760 Millionen im Vorjahr auf 937 Millionen Euro erwartet.

Das Periodenergebnis legte leicht auf knapp 2,6 Milliarden Euro zu. Hier profitierte Vonovia von einer Aufwertung seines Immobilienvermögens. Das Management will die Dividende je Aktie nun wie geplant auf 1,32 Euro anheben nach 1,12 Euro ein Jahr zuvor.

Steigende Mieterlöse

Die Mieteinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Die Aufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung kletterten gleichzeitig auf 1,1 Milliarden Euro - das war ein Drittel mehr als 2016. Der Leerstand war mit 2,5 Prozent weiter gering.

Profitiert hat Vonovia auch von der im vergangenen Jahr vollzogenen Übernahme des Wiener Immobileinkonzerns Conwert. Vonovia - der früheren Deutschen Annington - gehören bundesweit knapp 347.000 Wohnungen. Die Bochumer sind in den vergangenen Jahren vor allem durch Großübernahmen von Rivalen wie Gagfah, Süddeutsche Wohnen (Südewo) und Franconia stark gewachsen.

Weitere Zukäufe auf der Agenda

Auch im laufenden Jahr soll es weiter aufwärts gehen, allerdings langsamer als 2017. So peilt das Unternehmen für 2018 unverändert ein operatives Ergebnis (FFO I) zwischen 960 bis 980 Millionen Euro an. Dabei ist der rund 5,2 Milliarden Euro teure Zukauf der österreichischen Buwog noch nicht berücksichtigt.

Die Angebotsfrist für Buwog läuft am 12. März ab. Vonovia will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie einsammeln und hat bereits alle kartellrechtlichen Hürden genommen. Die Unternehmen hatten Mitte Dezember den Zusammenschluss angekündigt. Finanziert werden soll die Übernahme komplett mit Fremdkapital wie etwa Anleihen.

Vonovia-Wohnungen in Essen

Vonovia-Wohnungen in Essen. | Bildquelle: Imago

2.000 neue Wohnungen jährlich

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ARD-Börse: Steigende Immobilienpreise und Vonovia-Zahlen

Vonovia will aber nicht nur über Übernahmen wachsen, sondern in den kommenden Jahren jährlich rund eine Milliarde Euro in Neubau, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. Jährlich sollen so rund 2.000 neue Wohnungen entstehen. Insgesamt kann der Immobilienkonzern laut Unternehmenschef Rolf Buch 30.000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Im frühen Handel legt die Aktie 0,7 Prozent zu. Seit dem Hoch im Januar bei 42,41 Euro ist die Vonovia-Aktie um über zehn Prozent zurückgegangen - nachdem sie 2017 um ein Drittel gestiegen war.

Die Privatbank Berenberg hat Vonovia nach Zahlen für 2017 auf "Buy" mit einem Kursziel von 47 Euro belassen. Der Immobilienkonzern habe solide Kennziffern vorgelegt und den Ausblick bestätigt, schrieb Analyst Kai Klose in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Mieteinkommen und Vermögenswerte zeigten eine gute Dynamik.

lg