Vonovia-Logo vor der Unternehmenszentrale
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Nach Österreich jetzt Schweden Vonovia: Wachstum und kein Ende

Stand: 03.05.2018, 11:10 Uhr

Kaum hat Vonovia den Milliarden-Zukauf des österreichischen Konkurrenten Buwog abgeschlossen, will der Bochumer Wohnungskonzern nun in den schwedischen Markt einsteigen - und kickt dabei die Amerikaner aus dem Rennen.

Nachdem der US-Investor Starwood Capital mit einer rund 8,7 Milliarden Krone schweren Übernahmeofferte bei den Schweden abgeblitzt ist, will nun Vonovia in die Bresche springen. Das Unternehmen bietet für das Wohnungsunternehmen Victoria Park mit rund 14.000 Wohnungen in Stockholm, Göteborg und Malmö insgesamt knapp 9,6 Milliarden schwedische Kronen (rund 900 Millionen Euro) in bar, teilte Vonovia am Morgen mit.

Das Management von Victoria Park sei auf Vonovia zugegangen, damit die Deutschen ein Gegengebot vorlegen, hieß es. Der unabhängige Übernahmeausschuss des Victoria Park-Verwaltungsrats habe einstimmig beschlossen, seinen Aktionären das Angebot von Vonovia zur Annahme zu empfehlen und das Management des Unternehmens begrüße die Offerte.

Kapitalerhöhung nötig

Aktionäre, die insgesamt etwa 31,8 Prozent der Aktien und rund 37,3 Prozent der Stimmrechte an Victoria Park halten, hätten bereits zugesichert, die Offerte anzunehmen. Die Annahmefrist für das Angebot beginnt voraussichtlich am 25. Mai und endet am 18. Juni. Für den Erfolg der Übernahme muss Vonovia mindestens 50 Prozent der Stimmrechte einsammeln.

Den Kaufpreis will Vonovia vorerst über Kredite finanzieren. Mittelfristig will sich die Firma aber frisches Eigenkapital in Höhe von zirka einer Milliarde Euro besorgen - mit Hilfe einer Kapitalerhöhung. "Ob, wann und in welcher Weise eine solche Maßnahme durchgeführt werden wird, hängt dabei insbesondere von den Marktgegebenheiten ab", so Vonovia.

Anleger sind sauer

Den Anlegern stoßen die anhaltenden finanziellen Belastungen durch die ungebrochene Expansion des Wohnungskonzerns sauer auf. Zwar hat sich die im Dax notierte Vonovia-Aktie von ihrem Einbruch im Februar wieder erholt. Doch muss das Papier heute erneut gut zwei Prozent abgeben und ist damit der schwächste Wert im Leitindex.

Vonovia befindet sich seit Jahren auf Einkaufstour. Erst vor wenigen Monaten brachte der Konzern die 5,2 Milliarden Euro schwere Übernahme des österreichischen Wohnungskonzerns Buwog unter Dach und Fach.

Prognose angehoben

Dass die Reaktion an der Börse nicht noch heftiger ausfällt, erklärt eine positive Überraschung am Morgen. Danach hat Vonovia seine Jahresprognose angehoben. 2018 soll das operative Ergebnis (FFO 1) auf 1,03 bis 1,05 Milliarden Euro steigen. Bisher hatte Vonovia 960 bis 980 Millionen Euro vorhergesagt. Im ersten Quartal kletterte das operative Ergebnis auf 243,6 (Vorjahr: 218,2) Millionen Euro.

"Vonovia ist gut positioniert, um von der anhaltenden Stärke im deutschen Markt zu profitieren", sagten die Analysten von Morgan Stanley.

lg