Vonovia-Logo vor der Unternehmenszentrale

Übernahmen machen sich bezahlt Vonovia: Gut vermietet

Stand: 02.08.2017, 09:11 Uhr

Deutschlands größter Immobilienkonzern kann ein grundsolides erstes Geschäftshalbjahr bilanzieren. Die Mieteinnahmen steigen, der Leerstand ist gering und am weiteren Wachstum wird fleißig gewerkelt.

Auf insgesamt 356.000 Wohnungen kommt der Dax-Konzern inzwischen. Die Übernahmen etwa von Gagfah, der Südewo oder jüngst der österreichischen Conwert haben den Immobilienbestand von Vonovia (ehemals Deutsche Annington) deutlich nach oben geschraubt.

Inbesondere die Conwert-Übernahme für 2,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr hat auch hochwertige Objekte ins Portfolio eingebracht, das zeigt sich nun auch in den Zahlen der Halbjahresbilanz bei Vonovia: Die wichtige Kennziffer FFO I (Funds form Operations), die dem operativen Ergebnis entspricht, kletterte in den ersten sechs Monaten um 18 Prozent auf 457,7 Millionen Euro.

Mehr Mieteinnahmen mit Modernisierung

Die Mieteinnahmen stiegen im Berichtszeitraum um 7,6 Prozent auf 833,2 Millionen Euro. Beim Überschuss gab es gar eine Versiebenfachung von 147,9 Millionen Euro auf rund eine Milliarde Euro.

Vonovia investiert derzeit massiv in die Modernisierung des Wohnungsbestandes: Die Kosten dafür stiegen im Halbjahr um mehr als 50 Prozent auf 456,4 Millionen Euro. Jedes Jahr soll rund eine Milliarde Euro in Neubau und Modernisierung des Bestandes fließen. Modernere Wohnungen sorgen für höhere Mieten, so der Grundgedanke. Zuletzt lag die Nettokaltmiete bei 6,12 Euro je Quadratmeter.

Wertsteigerungen im Visier

Angesichts des guten Marktumfelds kann Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch seine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr bestätigen: Danach soll das FFO I in einer Spanne von 900 bis 920 Millionen Euro liegen, nach 760,8 Millionen Euro 2016. Zudem geht Buch von weiteren Wertsteigerungen beim Immobilienbestand aus.

Die Aktie des Wohnungs-Konzerns aus Bochum hat den Dax im laufenden Börsenjahr um mehr als sechs Prozent hinter sich gelassen. Auch am Mittwoch startet der Titel besser als der Index in den Handel. Anleger dürften die Aktie auch als Alternativ-Investment zur eigenen Immobilie betrachten. Mit einer Dividendenrendite von knapp vier Prozent bildet sie die Wertsteigerungen im Immobilienmarkt zusätzlich ab.

AB