Vonovia und Buwog
Audio

Milliardendeal Vonovia bietet für Wiener Buwog

Stand: 18.12.2017, 11:51 Uhr

Deutschlands größter Wohnungskonzern dürfte künftig auf dem österreichischen Immobilienmarkt eine noch größere Rolle spielen. Vonovia will den Wiener Konkurrenten Buwog übernehmen - und bietet einen satten Aufschlag.

Gut 5,2 Milliarden Euro will der Dax-Konzern für den Österreich-Deal hinblättern. 29,05 Euro je Aktie bieten die Deutschen für den Wohnungskonzern aus der Alpenrepublik. Das entspricht einem Aufschlag von 18 Prozent auf den letzten Kurs der Buwog-Aktien vom Freitag.

Aktien auf Rekordhoch

Kein Wunder, dass sich die Papiere des österreichischen Immobilienkonzerns am Montag diesem Niveau annähern. Sie springen um fast 18 Prozent auf 28,76 Euro nach oben und erreichen ein Rekordhoch. Die Aktien von Vonovia steigen um 0,7 Prozent und klettern ebenfalls auf eine neue Bestmarke von 41,66 Euro.

"Die Buwog passt hervorragend zu unserem Unternehmen", erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch. "Die jeweiligen Wohnungsbestände ergänzen sich perfekt - in Deutschland und in Österreich", erklärte er. Buch kündigte an, nach der Übernahme deutlich mehr Wohnungen bauen zu wollen. Statt wie bislang 2.000 Einheiten pro Jahr sollen künftig 4.000 Wohnungen jährlich neu entstehen, sagte der Vonovia-Chef am Montag in einer Telefonkonferenz. Zwei Drittel der Neubauten sollen Eigentumswohnungen zum Verkauf sein, rund ein Drittel sollen als Mietwohnungen in den Bestand des fusionierten Konzerns eingehen.

Millionen-Synergien erwartet

Anja Kohl
Video

Vonovia kauft zu

Vonovia erwartet von dem Zusammengehen Kostenvorteile in Höhe von rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Diese sollen sich aus der gemeinsamen Bewirtschaftung der Immobilien in Deutschland und Österreich ergeben und im Wesentlichen bis Ende 2019 erreicht werden.

Im Februar 2018 will Vonovia voraussichtlich ein offizielles Angebot vorlegen. Mindestens die Hälfte der Buwog-Aktionäre muss dem Deal zustimmen. Vonovia würde es ausreichen, wenn ihr 50 Prozent plus eine Aktie angedient werden. Danach müssen noch die Kartellbehörden in Deutschland und Österreich die Übernahme prüfen. Vorstand und Aufsichtsrat der Buwog unterstützen das Übernahmeangebot aus Deutschland.

Buwog in Deutschland und Österreich aktiv

Der Dax-Konzern Vonovia, der 2015 aus der Fusion der Deutschen Annington und Gagfah entstanden war, verwaltet derzeit rund 350.000 Wohnungen. Buwog kommt auf 49.000 Wohneinheiten, davon gut die Hälfte in Deutschland, etwa in Berlin und Hamburg. In Österreich ist Buwog in Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Villach vertreten. Buwog wurde 2014 von der Immofinanz abgespalten und an die Börse gebracht.

Vonovia hatte im Zuge einer Einkaufstour in den vergangenen Jahren bereits 2016 die österreichische Immobiliengesellschaft Conwert erworben. Anfang 2016 scheiterten die Bochumer mit ihrem Versuch, auch den größten heimischen Konkurrenten, die Deutsche Wohnen, zu übernehmen.

nb