Volvo Truck
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Gewinn verdreifacht Volvo gibt bei Brummis Gas

Stand: 19.07.2017, 12:00 Uhr

Wer Volvo hört, denkt meist an die Autokultmarke. Diese gehört inzwischen zum chinesischen Geely-Imperium. An der Börse ist Volvo nur noch als Nutzfahrzeughersteller präsent. Die Aktien befinden sich auf der Erfolgsspur. Nun gibt's aber Gegenwind.

Die Papiere des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers rutschen am Mittwoch an der Stockholmer Börse um fast fünf Prozent ab. Zuletzt hatten die Aktien einen starken Lauf gehabt. Seit Jahresbeginn stiegen sie um über 30 Prozent und entwickelten sich besser als die Papiere von Daimler, VW oder auch des Lkw-Zulieferers SAF Holland. Auf Ein-Jahres-Sicht beträgt das Kursplus über 50 Prozent.

Volvo-Lkws beliebt

Volvo konnte sich zuletzt im schwierigen Marktumfeld für Lkws besser behaupten als Marktführer Daimler oder auch VW. Im zweiten Quartal stiegen die Bestellungen für neue "Brummis" der Schweden um mehr als ein Fünftel. Der Umsatz zog um zwölf Prozent auf 88,4 Milliarden Kronen an.

Unterm Strich konnte der Nutzfahrzeughersteller den Überschuss sogar verdreifachen - auf sechs Milliarden Kronen (630 Millionen Euro). Vor einem Jahr hatte noch eine Rückstellung für eine Kartellstrafe den Gewinn gedrückt.

Zweites Halbjahr könnte schwieriger werden

Allerdings blieb die Gewinnmarge hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zudem fürchtet Morgan Stanley, Volvo könnte im zweiten Halbjahr wechselkursbedingt Gegenwind bekommen. Die Schwedische Krone gewann in den letzten Wochen an Stärke.

Unternehmenszentrale der Deutz AG in Köln
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Börse 09.05 Uhr: Volvo trennt sich von Deutz

Die Schweden haben freilich noch einigen Ballast, den sie abwerfen können. So will sich Volvo von seinen Randgeschäften trennen. Beispielsweise steht die Militärfahrzeug-Sparte zum Verkauf. Interesse hat angeblich der deutsch-französische Panzerbauer KMW (Krauss-Maffei Wegmann) Nexter Defense Systems. Vor kurzem verkaufte Volvo auch seine Anteile am Motorenbauer Deutz.

Nichts mit dem Autobauer Volvo zu tun

Mit dem Autohersteller Volvo hat der Nutzfahrzeughersteller nur noch den Namen gemein. Der von Hakan Samuelsson geführte Autobauer gehört seit 2010 zum chinesischen Konzern Geely und ist nicht mehr an der Börse notiert. Mit dem geplanten Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren sorgte die Geely-Tochter zuletzt für Furore.

nb