Voltabox

Erster Jahresgewinn Voltabox-Aktien werden wieder aufgeladen

Stand: 13.03.2018, 11:55 Uhr

Seit dem furiosen Börsengang sind die Aktien von Voltabox kräftig abgeschlafft. Am Dienstag erwachen sie zu neuem Leben. Der Batterie-Spezialist hat 2017 erstmals schwarze Zahlen geschrieben.

Der zunehmende Trend zur Elektromobilität beflügelte Voltabox im abgelaufenen Geschäftsjahr. Der Umsatz kletterte um über 88 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Voltabox stellt für elektrisch betriebene Busse, Gabelstapler und andere Industriefahrzeuge Batteriesysteme her. Die Industrie-Firmen ersetzen zunehmend Blei-Säure-Batterien oder Diesel-Notstrom-Aggregate durch moderne Lithium-Ionen-Batterien.

Nun auch Batterien für den Bergbau und Motorräder

Vor allem im Bereich Bergbau sieht Voltabox Potenzial. Hier hat das Unternehmen im vierten Quartal nach eigenen Angaben die ersten Batteriesysteme ausgeliefert. Seit dem dritten Quartal rüstet die Firma auch die Motorrad-Industrie mit Starterbatterien für Hochleistungs-Motorräder aus.

Dank des starken Wachstums im operativen Batteriegeschäft und dank der Erlööse aus dem Börsengang erreichte Voltabox 2017 die Gewinnzone. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug drei Millionen Euro – nach einem Verlust von 2,1 Millionen Euro im Jahr zuvor. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 0,6 Millionen Euro. Die Ebit-Marge erhöhte sich auf 2,1 Prozent.

Optimistischer Ausblick

In diesem Jahr soll sich die Marge auf zehn Prozent verbessern. Der Umsatz soll sich mehr als verdoppeln auf rund 60 Millionen Euro. Das Batteriegeschäft im Bergbau soll im zweiten Halbjahr neuen Schwung bringen.

Die Zahlen und der Ausblick elektrisieren die Anleger. Die Aktien von Voltabox ziehen um vier Prozent an 25,64 Euro an. Seit dem IPO im Herbst 2017 sind die Titel des Batteriespezialisten um rund 20 Prozent abgestürzt. Aktuell notieren die Aktien aber noch über dem Ausgabekurs von 24 Euro.

Paragon profitiert

Auch die Papiere von Paragon gewinnen fast vier Prozent. Der Autozulieferer hält 60 Prozent Anteile an Voltabox. Auf Ein-Jahres-Sicht hat die Paragon-Aktie 66 Prozent zugelegt.

Der  Autozulieferer aus dem ostwestfälischen Delbrück hat im abgelaufenen Jahr den Umsatz um 21,4 Prozent auf 124,8 Millionen Euro gesteigert. Besonders gut lief es in den Bereichen Elektromobilität und Mechanik. Wegen erhöhter Abschreibungen sank allerdings das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 7,6 Millionen Euro. Unterm Strich rutschte Paragon sogar in die roten Zahlen. Der Verlust betrug 0,7 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 3,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Die 26 Millionen Euro der IPO-Erlöse, die Paragon als Voltabox-Mehrheitseigner erhielt, sollen künftig für die Nutzung von Megatrends verwendet werden: Gesundheit, Komfort, Digitalisierung, Elektromobilität und Klimaschutz. Vorstandschef Frers kündigte beim Eigenkapitalforum im November die Einführung eines neuen Partikelfiltersystems an, das sechs Mal effizienter sei als andere Filter. Details dazu gab es heute nicht.

nb