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Telekom-Schwergewichte im Blick Vodafone ohne Dynamik, AT&T überrascht

Stand: 01.02.2018, 13:59 Uhr

Mit Vodafone, dem britischen Erzrivalen der Deutschen Telekom, sowie dem amerikanischen Platzhirsch AT&T aus dem Dow Jones hat die Berichtssaison nun auch für die Telekomaktien begonnen. Die Botschaften sind unterschiedlich.

Während Vodafone für sein drittes Geschäftsquartal (per Ende 2017) nur Umsatzzahlen präsentierte, legten die Amerikaner einen kompletten Bericht für das vierte Quartal vor. Vodafone musste einen Umsatzrückgang hinnehmen, AT&T überraschte positiv mit einem starkem Kundenwachstum.

Vodafone leicht unter Erwartungen

Das britische Unternehmen berichtete über einen Anstieg des Mobilfunk-Serviceumsatzes im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Dies lag leicht unter den Erwartungen des Marktes von 1,2 Prozent. Bei dieser Kennziffer sind Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet.

Im Quartal fielen die Gesamtumsätze um 3,6 Prozent auf 11,8 Milliarden Pfund (13,5 Milliarden Euro). Dabei haben sich Währungseffekte und der Verkauf des Festnetzgeschäftes in den Niederlanden negativ bemerkbar gemacht. Insgesamt hält das Unternehmen an denen im November erhöhten Jahresziel fest. Weiterhin wird mit einer Steigerung des bereinigten Ebitda von zehn Prozent auf bis zu 17,1 Milliarden Euro gerechnet.

Vodafone-Zentrale in Düsseldorf

Vodafone-Zentrale in Düsseldorf. | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

In Deutschland, dem wichtigsten Markt der Briten, lief es im Mobilfunkgeschäft etwas besser. Der Service-Umsatz stieg im Jahresvergleich um 1,8 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Vor allem das Geschäft mit Zusatzgeräten wie Routern für die man SIM-Karten braucht, entwickelte sich positiv. Im Festnetzgeschäft stiegen die Erlöse um 3,5 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro.

Vodafone und Telekom auf Augenhöhe

Vodafone ist zusammen mit Telefonica Deutschland der Hauptkonkurrent für die Deutsche Telekom in Deutschland, die hierzulande Marktführer ist und wie die beiden Konkurrenten ein eigenes Netz betreibt und stetig ausbaut. Der Bonner Konzern erzielte im dritten Quartal über alle Produktarten hinweg in Deutschland Gesamterlöse von 5,48 Milliarden Euro. Anders als Vodafone ist die Telekom aber auf Europa und über ihre Tochter T-Mobile US auch in den USA vertreten. Die Briten findet am auch in Märkten wie Indien oder Südafrika.

Telekom-Zentrale in Bonn

Telekom-Zentrale in Bonn. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Börse macht da weniger Unterschiede und bewertet beide Konzerne etwa auf Augenhöhe. Die Marktkapitalisierung der Telekom liegt derzeit bei 67,2, die von Vodafone bei knapp 67 Milliarden Euro. Zahlen der Telekom für das vierte Quartal werden am 22. Februar erwartet.

AT&T überrascht

Geht es um die Börsenbewertung, spielt der amerikanische Telekom-Platzhirsch AT&T in einer anderen Liga. 230 Milliarden Dollar (191 Milliarden Euro) bringt das Unternehmen aus dem Dow Jones. Zusammen mit dem Hauptkonkurrenten Verizon, der etwa die gleiche Börsenbewertung auf die Waage bringt, dominieren die beiden Großkonzerne den US-Markt. T-Mobile US und die zum japanischen Softbank-Konzern gehörende Sprint folgen dahinter, allerdings mit größerem Abstand.

AT&T hat im vierten Quartal überraschend einen kräftigen Zuwachs an Mobilfunkkunden gemeldet. Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Die Zahl der Kunden stieg um 329.000, wie aus einer am Mittwoch nach Börsenschluss in New York veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Analysten hatten hingegen mit einem erneuten Rückgang um knapp 31.000 gerechnet.

Auch beim Gewinn schlug das Unternehmen die Prognosen der Experten: Je Aktie blieben 78 US-Cent (0,63 Euro) hängen im Vergleich zu 66 US-Cent im Vorjahr. Unter dem Strich legte der Gewinn im vierten Quartal auch wegen der US-Steuerreform kräftig zu: 19 Milliarden US-Dollar (15,3 Milliarden Euro) im Vergleich zu 2,4 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz blieb praktisch stabil mit 41,7 Milliarden Dollar, Analysten hatten auch hier mit weniger gerechnet. Die AT&T-Aktie legte nach den nach Börsenschluss in New York vorgelegten Zahlen deutlich zu.

rm