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Amazon trotz negativen Schlagzeilen weiterhin Lieblingsmarke Virtuelles Bummeln wichtiger als Sex und Alkohol?

Stand: 10.12.2018, 11:06 Uhr

Amazon steht stellvertretend für den E-Commerce-Boom auf der gesamten Welt. In den USA wurde der Gigant erneut zur beliebtesten Marke gewählt. Millennials gehen noch einen Schritt weiter - sie stellen Amazon über Alkohol und Sex. An der Börse befindet sich das Papier des Internet-Händlers auf Achterbahnfahrt.

Eine Umfrage der Max Borges Agency brachte erstaunliche Ergebnisse hervor: 44 Prozent der Teilnehmer im Alter von 18 bis 34 Jahren, die im vergangenen Jahr Technik-Produkte bei Amazon gekauft haben, gaben an, lieber auf Sex zu verzichten als ihr Amazon-Konto für ein Jahr zu kündigen.

Millennials

Millennials. | Bildquelle: colourbox.de

77 Prozent der mehr als 1.000 Befragten würden sogar eher für ein Jahr keinen Alkohol trinken, statt nicht mehr online shoppen zu dürfen. Das virtuelle Bummeln und Einkaufen gewinnt immer mehr an Wert, Amazon nimmt dabei die führende Rolle ein.

Weiterhin beliebteste Marke in den USA

Jüngst wurde der Tech-Riese laut der jährlichen Markenumfrage von Morning Consults zum zweiten Mal in Folge zum Lieblingsunternehmen in den USA gewählt - trotz starker Gegenreaktionen in den vergangenen Monaten. Tausende Mitarbeiter hatten nach Angaben des Business Insider am Black Friday gegen "unmenschliche" Arbeitsbedingungen und für eine Gehaltserhöhung gestreikt.

In der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts droht auch die Gewerkschaft Verdi dem Versandhändler mit seinen knapp 13.000 Mitarbeitern in Deutschland mit Arbeitsausständen. "Amazon kann sich in der Weihnachtszeit auf Streiks gefasst machen", kündigte Günter Isemeyer, Sprecher im Verdi-Bundesvorstand, in der vergangenen Woche in Berlin an.

Das Bundeskartellamt leitete erst kürzlich ein Missbrauchsverfahren gegen den Internet-Händler ein. Haftungsregeln zu Lasten der Händler, intransparente Kündigungen und Sperrungen von Konten sowie einbehaltene oder verzögerte Zahlungen stehen dabei im Fokus.

Kursverluste an der Börse

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.371,07
Differenz relativ
-4,12%

An der Börse läuft es für den Internet-Giganten durchwachsen. So war der Konzern am vergangenen Montag an der Wall Street mit einem Kursaufschlag von fast fünf Prozent und einer Marktkapitalisierung von 865 Milliarden Dollar kurzzeitig wertvoller als Apple und Microsoft. Damit war Amazon erstmals in der Geschichte das wertvollste Unternehmen der Welt.

Seitdem rutschte der Nasdaq-Titel jedoch wieder um mehr als acht Prozent ab. Obwohl also die Anleger und auch die Mitarbeiter offenbar Amazon nicht immer positiv gegenüberstehen, bleibt das Unternehmen für Shoppingfans die Nummer 1 - und für Millennials sogar wichtiger als Sex.

tb