Donald Duck-Figur schaut auf Dollarnote

Muss sich Netflix warm anziehen? Viele Mäuse für Disney

Stand: 09.05.2019, 11:10 Uhr

Disney hat derzeit einen Lauf: Der Kino-Blockbuster „Avengers" knackt Rekorde, die Menschen strömen in die Freizeitparks. Vor allem aber profitiert der Unterhaltungskonzern von der Übernahme großer Teile des Rivalen 21st Century Fox.

Bei Walt Disney haben zahlreiche Besucher in den Freizeitparks für gute Geschäfte gesorgt. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Quartal um drei Prozent auf 14,92 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente der US-Medienriese mit 5,45 Milliarden Dollar 85 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei profitierte der Umsatz bereits vom Kauf von großer Teile des Rivalen 21st Century Fox, der sich zum Quartalsende erstmals in der Bilanz bemerkbar machte.

Auch bei den Kennzahlen bezüglich des Gewinns ist der Vergleich wegen hoher Sonderfaktoren aufgrund der Fox-Übernahme verzerrt. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um 13 Prozent auf 1,61 Dollar, übertraf damit jedoch trotzdem die Markterwartungen.

Avengers: Endgame sorgt für guten Ausblick

Zum Konzern gehören neben den Freizeitparks auch das Filmgeschäft sowie das Mediengeschäft mit den Disney-Fernsehkanälen, dem Sportsender ESPN und dem Sender ABC. Bei den Sendern war das Geschäft wegen höherer Produktionskosten und einem Rückgang bei den Werbeeinnahmen rückläufig. Das Segment Freizeit- und Themenparks ist dagegen eine Bank.

Je nachdem, in welches Quartal Disneys große Kinohits jeweils fallen, schwanken die Ergebnisse traditionell stark. So hatte "Black Panther" im Vorjahr kräftig die Kassen klingeln lassen. Der Ausblick ist aber gut, da der Unterhaltungs-Gigant mit "Avengers: Endgame" jüngst den bislang erfolgreichsten Filmstart hingelegt hat. Das Superheldenepos spielte in Kinos weltweit in kürzester Zeit mehr als zwei Milliarden Dollar ein und ist damit auf Kurs, "Avatar" als finanziell ertragreichste Produktion der Filmgeschichte einzuholen.

Disney-Chef Robert Iger

Robert Iger. | Bildquelle: Unternehmen

Der kommende Netflix-Konkurrent

Die Zukunft sieht Vorstandschef Bob Iger verstärkt im boomenden Streaming-Geschäft, wo sein Unternehmen mit dem Online-Service Disney+ auf dem US-Markt ab November Jagd auf Branchenführer Netflix machen will.

Zumindest hierzulande gibt die Aktie leicht nach. In den vergangenen Monaten lief das Papier allerdings ausgezeichnet: Auf Jahressicht hat sich der Börsenwert von Disney um rund 40 Prozent erhöht.     

ts