Deutsche Post

Mittelfristziele bleiben bestehen Gewinneinbruch bei der Deutschen Post

Stand: 12.05.2020, 17:37 Uhr

Der Logistikkonzern muss wie viele andere Unternehmen der Corona-Krise Tribut zollen. Im ersten Quartal erwischte es vor allem die Ergebnisseite in der Bilanz der Bonner. Die Aktie reagierte entspannt.

Um fast drei Prozent im Plus schloss die "Aktie Gelb" am Dienstag. Damit war sie zweitgrößter Dax-Gewinner. Der Post-Konzern hat mit seiner Bilanz im ersten Quartal bewiesen, das er auch in Krisenzeiten über ein solides Geschäftsmodell verfügt.

So hat die Post trotz der Corona-Krise im ersten Quartal beim Umsatz besser abgeschnitten als erwartet. Die Erlöse legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Bonn bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte.

Fast zwei Drittel weniger Überschuss

Allerdings bekamen die Bonner die Folgen der Virus-Pandemie auf der Gewinnseite deutlich zu spüren. Der Überschuss brach unter dem Strich um 60 Prozent auf 301 Millionen Euro ein. Dazu trug auch das Aus für den Streetscooter bei, das Kosten in Millionenhöhe verursachte. Die Produktion des Elektrolieferwagens wird noch in diesem Jahr eingestellt.

Wie bereits bekannt sackte das operative Ergebnis (Ebit) um fast die Hälfte auf 592 Millionen Euro ab, die Umsatzrendite fiel um 3,7 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent.

Dividenden-Frage noch nicht geklärt

Anja Kohl
Video

Neue Jobs wegen Corona

Seine Jahresprognose hatte der Logistikkonzern wegen der hohen Unsicherheiten durch die Virus-Krise kürzlich zurückgezogen. Sobald eine verlässlichere Basis gegeben sei, werde das Unternehmen einen neuen Ausblick geben, hieß es nun. Ungeachtet dessen bestätigte die Deutsche Post erneut ihr Mittelfristziel. Demnach soll das Ebit bis 2022 auf 5,3 Milliarden Euro steigen.

Ob es eine Dividende für das abgelaufene Jahr geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Eine "finale Entscheidung" soll dazu erst auf der Hauptversammlung fallen.

Logistik-Konzerne weltweit unter Druck

Der Ausbruch der Corona-Pandemie und das Herunterfahren ganzer Volkswirtschaften rund um den Globus zu ihrer Eindämmung trifft die Logistik-Branche weltweit hart. Internationale Lieferketten stehen unter Druck, das belastet Konzerne, die die Warenströme zwischen den Kontinenten und Staaten transportieren. Auch die Post-Konkurrenten FedEx und UPS haben ihre Prognose für das laufende Jahr über Bord geworfen.

AB