Allianz AG-Schriftzug

Allianz hält Zinsen konstant Versicherer hoffen auf den Aktienmarkt

Stand: 04.12.2017, 13:22 Uhr

Die Niedrigzins-Dauerphase hat die Verzinsungen bei Lebensversicherungen abschmelzen lassen. Die Nummer eins der Branche setzt nun ein Zeichen: Dank hoher Aktienquote bleibt der Zins nun wieder konstant.

Das dürfte für Kunden des Versicherungsriesen fast wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk wirken: Nach drei Jahren mit einer sinkenden Gesamtverzinsung werden für das kommende Jahr nun keine Rückschritte mehr in Sachen Verzinsung kommen. Der Zins für klassische Policen mit lebenslangen Zinsgarantien wird im kommenden Jahr 3,4 Prozent betragen, ebenso wie 2017.

Auch die Verzinsung bei den zuletzt stark angebotenen Versicherungsprodukten mit variablen Verzinsungen hält sich konstant - er wird für das kommende Jahr bei 3,7 Prozent liegen. Die Gesamtverzinsung besteht bei Lebensversicherungen aus einem Garantiezins und einer Überschussbeteiligung.

Signalwirkung in die Branche

Die Vorgaben der Allianz wirken stets in die gesamte Versicherungsbranche hinein, orientieren sich die Konkurrenten doch zumeist an den Zins-Versprechen des Marktführers. Dass der Versicherungsriese trotz der anhaltenden Zinsflaute seine Gesamtverzinsung bei den laufenden Verträgen konstant halten kann, dürfte vor allem an der für die Branche hohen Aktienquote liegen. Diese Quote an den Anlagen liegt inzwischen bei rund neun Prozent. Zusammen mit so genannten "alternativen Investments" etwa in Private Equity liegt diese Quote sogar bei 13 Prozent. "Wir können weltweit investieren und auch verstärkt in alternative Anlageklassen gehen", so Allianz-Vorstand Volker Priebe.

Auch hier ist die Allianz im Branchenvergleich Spitze. Die Konkurrenten erreichen zumeist Aktienquoten von fünf oder weniger Prozent. Die gut laufenden Aktienmärkte können dabei zumindest zum Teil die schwachen Erträge von vermeintlich "sicheren" Anlagen wie Anleihen ausgleichen.

Auch die MüRü will mehr Aktien

Das hat offenbar auch die Münchener Rückversicherung eingesehen, die mit ihrer Tochter Ergo auch zu den größten Erstversicherern in Deutschland zählt. Am Montag gab das Unternehmen bekannt, seinen Aktienanteil am Anlageportfolio weiter erhöhen zu wollen, das sagte Finanzvorstand Jörg Schneider der "Börsen-Zeitung". Um auf Quoten wie bei der Allianz zu kommen, muss allerdings noch einiges passieren - die Münchener Rück hatte in ihrem Anlageportfolio zuletzt die Aktienquote von 5,0 auf 6,5 Prozent erhöht.

Versicherer können aus regulatorischen Gründen ihre Aktienquoten bei Lebensversicherungen nicht allzu hoch setzen. Die Aktienanteile im Anlagenportfolio müssen stets mit Eigenkapital hinterlegt werden. So mancher Versicherer ist dazu nur bis zu einem bestimmten Grad in der Lage.

AB