Morgan Stanley-Gebäude in New York
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Elf Prozent mehr Gewinn Vermögensverwaltung rettet Morgan Stanley

Stand: 19.07.2017, 14:45 Uhr

Mit guten Zahlen hat Morgan Stanley den Bilanzreigen der US-Großbanken beendet. Zwar spürte auch die Investmentbank die Flaute im Anleihehandel. Die florierende Vermögensverwaltung kompensierte aber die Rückgänge.

Auf zwei Beinen steht's sich besser - das dürfte sich auch Morgan-Stanley-Chef James Gorman nach dem schwierigen zweiten Quartal gesagt haben. Die Diversifizierung in die Vermögensverwaltung, die das Geldinstitut unabhängiger von den Schwankungen am Kapitalmarkt machen sollte, zahlte sich aus. Dank kräftigen Zuwächsen im Geschäft mit vermögenden Kunden verdiente Morgan Stanley im zweiten Quartal 1,6 Milliarden Dollar - elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Erträge siegen um sieben Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar.

"Widerstandsfähig im gedämpften Handelsumfeld"

Die Vermögensverwaltung steigerte die Einnahmen um 8,9 Prozent auf 4,15 Milliarden Dollar. Es war das beste Quartal für die Sparte seit mehr als drei Jahren. In dieser Sparte schaffte Morgan Stanley nach eigenen Angaben eine Rendite von 25 Prozent."Das zweite Quartal hat unsere Widerstandsfähigkeit in einem gedämpften Handelsumfeld gezeigt", freute sich Vorstandschef Gorman am Mittwoch.

Ebenfalls rund lief das Geschäft mit Übernahmen und Börsengängen. Dagegen schwächelte auch bei Morgan Stanley der Handel mit Anleihen. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten hielten sich die Rückgänge freilich in Grenzen.

Die Zahlen wurden von den Anlegern freudig aufgenommen. Vorbörslich notieren die Aktien von Morgan Stanley über drei Prozent höher. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Titel fast 60 Prozent zugelegt. Zuletzt stagnierte aber der Kurs.

Ruhe an den Märkten setzt US-Großbanken zu

Das schwache Handelsgeschäft bremste auch die anderen US-Großbanken. Bei Goldman Sachs brachen die Einnahmen im Geschäft mit Zinspapieren, Währungen und Rohstoffen um 40 Prozent ein. JPMorgan musste Einbußen von zwölf Prozent im Handel hinnehmen. Wegen der relativ stabilen Börsen hielten sich Kunden zurück. Anleger schichten seltener ihre Portfolios um, entsprechend nahmen Banken weniger Gebühren ein. Im Vorjahresquartal hatten die Turbulenzen rund um die Brexit-Abstimmung in Großbritannien noch für rege Handelsaktivitäten gesorgt.

Die meisten US-Großbanken konnten aber die Anleihen- und Börsenflaute abfedern. JPMorgan, Citigroup, Wells Fargo und die Bank of America profitierten von sprudelnden Einnahmen im Privat- und Firmenkundengeschäft. Ein starkes Kreditgeschäft und steigende Zinsen in den USA gaben Rückenwind.

Goldman Sachs verliert seinen Nimbus

Die einzige Bank, die aus der Reihe tanzte und enttäuschte, war Goldman Sachs. Die US-Investmentbank war zu stark vom Kapitalmarktgeschäft abhängig und nicht ausreichend diversifiziert. Die Aktie sackte am Dienstag ab. Der Glanz der "Goldmänner" ist zunehmend verblasst.

nb

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