Apple Watch

Gesamte Schweizer Uhrenindustrie überholt Apple: Jetzt größter Uhrenhersteller der Welt

Stand: 09.02.2018, 11:21 Uhr

Offizielle Zahlen gibt es nicht. Glaubt man den Marktforschern von Canalys erfreut sich die Apple-Watch immer größerer Beliebtheit - und eilt von Rekord zu Rekord. Sehr zum Ärger der Schweizer Uhrenindustrie.

Im Gesamtjahr 2017 soll Apple den Schätzungen von Canalys zufolge mehr als 18 Millionen Apple-Uhren verkauft und damit einen Umsatz von 8,2 Milliarden Dollar erzielt haben. Das wäre ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders erfolgreich sei Apple im Weihnachtsgeschäft gewesen.

Apple-Chef Tim Cook hatte bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen erklärt, dass die Apple Watch sich in den letzten drei Monaten des Jahres 2017 so oft verkauft habe wie in keinem Quartal zuvor.

Neuer Rekord

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Laut den Marktforschern von IDC soll Apple im Schlussquartal 2017 sogar mehr Uhren abgesetzt haben als alle Schweizer Uhrenmacher zusammen – was ein neuer Rekord wäre. Die Marktforscher schätzen die Zahl der verkauften Uhren in diesem Zeitraum auf acht Millionen. Damit sei Apple, gemessen an den Absatzzahlen, der nun größte Uhrenhersteller der Welt. Beim Umsatz müssten noch weitere Berechnungen abgewartet werden.

Hauptwachstumstreiber war offenbar die Apple Watch Series 3. Knapp neun Millionen Exemplare seien davon verkauft worden. Die erst seit Ende September erhältliche Smartwatch verfügt über LTE und kann unabhängig vom iPhone Daten empfangen oder auch telefonieren. Die Preise starten bei 369 Euro. Die LTE-Version kostet 449 Euro.

Auch Rolex überholt

Die Zahl der verkauften Apple Uhren mit LTE-Modul wird auf 2,4 Millionen geschätzt. Canalys zufolge war die Apple-Uhr damit das am besten verkaufte LTE-Wearable auf dem Markt. Eine begrenzte Auswahl bei den Mobilfunkbetreibern bremste allerdings den Verkauf in Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Die zuletzt hinzugefügten Funktionen wie Gymkit und Apple Heart Study hätten einen positiven Einfluss auf den Absatz gehabt, schreiben die Canalys-Marktforscher.

Drei Modelle der Apple Watch

Apple Watch. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Bereits im September hatte Tim Cook erklärt, die Apple Watch habe sich in der Rangliste der weltweit beliebtesten Uhrenmarken an die Spitze gesetzt und Rolex abgelöst. Unbeantwortet ließ Cook dabei allerdings die Frage, anhand welcher Faktoren er die Marken vergleicht.

Ob die Apple Watch einen größeren Umsatz einspielte oder sich schlicht mehr Modelle verkauft haben, ist also unklar. Rolex selbst zeigt sich, was solche Zahlen angeht, ebenfalls zurückhaltend.

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Swatch

Der Weltmarktführer braucht sich vor Apple nicht zu fürchten. Mit einer Mischung von günstigen Uhren (Swatch) und teuren Uhren (Omega, Longines, Blancpain) ist der Konzern aus dem schweizerischen Biel gut aufgestellt. Der Swatch-Konzern wächst seit Jahren beständig wie ein Uhrwerk. 2014 stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 9,2 Milliarden Franken. Der Gewinn sackte wegen eines Sondereffekts allerdings um ein Viertel ein. Für das laufende Jahr zeigt sich Swatch-Chef Nick Hayek zuversichtlich. "Wir sehen exzellente Umsätze und sehr gute Ergebnisse überall auf der Welt", sagte er Anfang März. Selbst die Franken-Aufwertung zum Euro hat den Konzern nicht aus der Bahn geworfen. Einige der 20 Marken aus dem Swatch-Imperium konnten ihre Preise in einzelnen Märkten um fünf bis sieben Prozent erhöhen. Im US-Raum profitierte Swatch vom starken Dollar. Die Aktie hat sich nach dem Einbruch im vergangenen Jahr wieder gefangen.

lg

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