T-Mobile-Laden in New York

In Geldnöten Verkauft Softbank seine Anteile an T-Mobile US?

Stand: 18.05.2020, 08:14 Uhr

Der japanische Technologie-Investor Softbank braucht nach dem Wertverfall seiner Beteiligung am Bürovermieter WeWork dringend Geld. Nun will er offenbar seine Anteile an T-Mobile US an die Deutsche Telekom verkaufen.

Dazu befänden sich Softbank und die Deutsche Telekom in Gesprächen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Mit einem möglichen Deal würde die Telekom ihren Anteil von derzeit rund 43 Prozent auf über 50 Prozent erhöhen. Das Geschäft würde dabei milliardenschwer ausfallen, denn T-Mobile US ist derzeit an der Börse insgesamt rund 120 Milliarden Dollar wert. Die Telekom war am Morgen zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen.

T-Mobile US und der von Softbank dominierte Rivale Sprint hatten zum ersten April fusioniert. Die Bonner kontrollieren das neue Unternehmen aber bereits über eine Stimmrechtsvereinbarung mit Softbank und konsolidiert die US-Tochter damit weiter in den eigenen Zahlen. Wie viele Aktien Softbank genau an die Telekom abgeben wolle, sei noch Gegenstand der Gespräche, hieß es im "WSJ" weiter.

Softbank muss Schulden abbauen

Softbank ist derzeit dabei, große Beteiligungen loszuschlagen, um mit den freiwerdenden Mitteln Schulden zu senken und über einen Aktienrückkauf Geld an die eigenen Aktionäre auszuschütten. Insgesamt sollen Firmenbeteiligungen im Wert von bis zu 38 Milliarden Euro veräußert werden. Die Japaner um Konzernchef Masayoshi Son waren durch die teure Rettungsaktion des amerikanischen Büro-Vermieters WeWork Ende letzten Jahres unter Druck geraten.

Softbank musste allein im abgelaufenen Quartal umgerechnet 3,4 Milliarden Dollar auf die Beteiligung an WeWork abschreiben. Der Investor musste mehr als zehn Milliarden Dollar einschießen, um eine Schieflage nach dem Scheitern des Börsengangs zu verhindern. Im April bezifferte Softbank die Abschreibungen bei WeWork und rund sechs Milliarden Euro.

Insgesamt ist Softbank im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr ein Verlust von umgerechnet fast 12,1 Milliarden Euro entstanden. Hauptgrund dafür sei der stark geschrumpfte Wert der Investitionen des rund 100 Milliarden Dollar schweren Vision Fund, teilte Softbank mit. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein positives Betriebsergebnis von nahezu 17,3 Milliarden Euro in der Bilanz.

Verluste auch durch Uber

Nun hat die Corona-Krise auch den Fahrdienst Uber, an dem Softbank ebenfalls beteiligt ist, in den Abgrund gerissen. Der Fahrdienst-Vermittler wird bis zu 2,2 Milliarden Dollar abschreiben müssen, die erst Anfang Februar abgegebene Jahresprognose ist längst hinfällig. Uber steckte bereits im vergangenen Jahr tief in den roten Zahlen. Im Schlussquartal 2019 war ein Verlust von 1,1 Milliarden Dollar angefallen.

lg