Passantin vor Modeschaufenster
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Konsumklima eingetrübt Verbraucher haben Angst vor Rezession

Stand: 30.07.2019, 09:31 Uhr

Die Furcht der Verbraucher vor einer Konjunkturdelle steigt und steigt. Die Stimmung der deutschen Konsumenten ist so schlecht wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr.

"Der Handelskonflikt mit den USA, anhaltende Brexit-Diskussionen sowie die globale Abkühlung der Konjunktur lassen die Rezessionsängste weiter steigen", sagte Rolf Bürkl vom Marktforscher GfK am Dienstag. Die Stimmung der Verbraucher zeige ein "weniger optimistisches Bild".

Das Konsumklima-Barometer für August sank um 0,1 Zähler auf 9,7 Punkte und liegt damit auf dem tiefsten Stand seit April 2017, wie die GfK zu ihrer monatlichen Umfrage unter 2.000 Verbrauchern mitteilte.

Furcht vor Jobverlust

Die wachsende Skepsis gehe dabei vor allem auf negative Schlagzeilen zur Wirtschaftsabkühlung zurück. Der Teilindikator der Konjunkturerwartungen rutschte erstmals seit März 2016 unter den langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im November 2015 gemessen.

Vor allem Beschäftigte in exportorientierten Branchen wie der Automobilindustrie sind von Rezessionsängsten betroffen. Auch lassen Meldungen über Personalabbau die Furcht vor Jobverlusten steigen.

Hoffen auf steigende Einkommen

Allem Trübsal zum Trotz, es gibt auch Lichtblicke in der aktuellen GfK-Studie. So schätzten die Verbraucher ihre künftige Finanzlage günstiger ein als zuletzt. Der Indikator zur Einkommenserwartung gewann 5,3 Punkte hinzu auf 50,8 Zähler.

Das derzeitige Niveau signalisiere, "dass die Verbraucher auch in den kommenden Monaten von einem spürbaren Einkommenszuwachs ausgehen", teilte die GfK mit.

Zudem weise die Anschaffungsneigung ein "überaus gutes Niveau auf". Die Konsumlaune bleibe trotz des Dämpfers noch intakt, lautet die Einschätzung des GfK-Experten Bürkl.

ag