Start-Stop-Batterie von Varta auf einem Förderband

Neuer Anlauf an die Börse Varta: Wie ernst ist es diesmal?

Stand: 27.09.2017, 15:25 Uhr

Nach der Absage im vergangenen November wagt der Mikrobatterie-Hersteller Varta einen neuen Anlauf an die Frankfurter Börse.

Wie der Hersteller von Knopfzellen für Hörgeräte und Kopfhörer aus dem schwäbischen Ellwangen am Mittwoch ankündigte, sollen dem Unternehmen dadurch rund 150 Millionen Euro zufließen. Weitere Papiere will der Varta-Eigentümer Michael Tojner anbieten. Er könnte Aktien für 50 bis 100 Millionen Euro verkaufen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Tojner ist mit seiner schweizerischen Holding Montana Tech Alleineigentümer von Varta. Er will nach dem Börsengang die Mehrheit behalten, der Streubesitz soll bei rund 40 Prozent liegen.

Produktion ausbauen

Die Einnahmen aus dem Börsengang will Varta in das weitere Wachstum stecken. "Die Nachfrage nach unseren Produkten wächst massiv, so dass wir die Produktionskapazitäten erheblich ausbauen müssen", sagte Varta-Chef Herbert Schein. Im ersten Halbjahr 2017 kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf etwa 120 Millionen Euro, das Betriebsergebnis stieg um 90 Prozent auf rund 19,4 Millionen Euro.

Im Spätherbst 2016 hatte Varta den Börsengang abgebrochen, weil sich nicht ausreichend Käufer für die Aktien fanden. Damals sollte er ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro haben. Die 120 Jahre alte Varta AG war bis 2007 schon einmal börsennotiert.

Kein genauer Termin

Das heutige Unternehmen ist aber nur ein kleiner Teil des damaligen Konzerns. Die Industriellenfamilie Quandt hatte das Geschäft mit Autobatterien an den US-Zulieferer Johnson Controls und die Haushaltsbatterien an die heutige Spectrum Brands verkauft.

Varta nannte keinen genauen Termin für den 2017 geplanten Sprung aufs Parkett, in der Regel vergehen zwischen der offiziellen Ankündigung und dem ersten Handelstag rund vier Wochen. Weiter ist Voltabox, das seine Aktien seit Dienstag anbietet. Der Hersteller von Batteriesystemen für elektrisch betriebene Busse, Gabelstapler und andere Industriefahrzeuge will sein Debüt an der Frankfurter Börse am 13. Oktober feiern. Insgesamt soll der Börsengang bis zu 152 Millionen Euro einbringen. An den Mutterkonzern Paragon soll davon nur ein kleiner Teil fließen.

lg/rtr