Varta-Schriftzug an der Unternehmenszentrale in Ellwangen
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Die nächste Prognoseerhöhung Varta-Aktie klettert von Rekord zu Rekord

Stand: 29.10.2019, 15:58 Uhr

Der Batteriehersteller Varta hat nach einem Wachstumssprung im dritten Quartal die Prognose für das laufende Jahr zum dritten Mal angehoben. Für die Anleger waren die Aktien ein grandioses Investment. Heute übersprangen sie sogar die Marke von 100 Euro.

Die Titel des SDax-Konzerns gewannen in den vergangenen zwölf Monaten rund 250 Prozent dazu. Vor einem Jahr konnten sich Anleger noch zu einem Preis von deutlich unter 30 Euro eindecken, heute kostete eine Aktie in der Spitze 101,60 Euro und legte mehr als sechs Prozent. Marktteilnehmer raten allerdings im Tagesverlauf Gewinnmitnahmen einzukalkulieren, zumal nur das neue operative Ergebnisziel über den Markterwartungen liege. Bislang war das kein guter Rat, aber der Tag ist auch noch nicht vorbei.

Größter Profiteur des Kursanstiegs ist das Schweizer Industrie-Konglomerat Montana Tech Industries, das Varta im Herbst 2017 an die Börse gebracht hat, und immer noch etwas mehr als 60 Prozent hält.

Und wieder eine höhere Prognose

Der Batteriekonzern wird für 2019 erneut optimistischer. Der Umsatz soll im laufenden Jahr auf 330 bis 340 Millionen Euro steigen und damit das bisherige Ziel von 320 bis 330 Millionen Euro übertreffen, teilte das Management des SDax-Konzerns mit.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet man nun zwischen 84 und 88 Millionen Euro. Nach der vorigen Prognoseerhöhung im August hatte Vorstandschef Herbert Schein hier noch mit 72 bis 76 Millionen gerechnet. Erst Anfang September hatte Varta mitgeteilt, die Produktion bis 2022 auf mehr als 150 Millionen Zellen jährlich auszubauen. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem Markt, der jährlich über 30 Prozent wachse.

Varta-Chef Herbert Schein

Varta-Chef Herbert Schein. | Bildquelle: Unternehmen

Produktionskapazitäten werden ausgebaut

Schein begründete den Erfolg unter anderem mit der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Produkte für den Endverbraucher, vor allem für kabellose Kopfhörer. "Dafür investieren wir massiv in den Ausbau unserer Produktionskapazitäten und werden damit das Wachstum weiter beschleunigen." So sollen nun zwischen 95 und 110 Millionen Euro statt den bisher geplanten 75 bis 90 Millionen Euro in den Kapazitätsausbau fließen.

Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten des Jahres im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 242,8 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte trotz hoher Investitionen sogar um rund zwei Drittel auf 63 Millionen Euro zu. Der Überschuss schnellte ähnlich deutlich auf 33 Millionen Euro nach oben.

Die Commerzbank reagierte auf die Zahlen und bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 108 Euro. Der Batteriehersteller habe selbst seine überdurchschnittlichen Erwartungen einmal mehr übertroffen, schrieb Analyst Stephan Klepp. Mit Blick auf die am Montag vorgestellten kabellosen AirPods Pro dürfte sich die Story übertroffener Erwartungen und erhöhter Unternehmensziele im Schlussquartal fortsetzen, so Klepp.

ts