Forschungs- und Entwickliungszentrum von Varta
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Börsengang Varta kommt früher

Stand: 16.10.2017, 08:15 Uhr

Nach dem fulminanten Börsengang von Voltabox am Freitag berichtet nun auch der Batteriehersteller Varta über einen regelrechten Run auf seine Aktien. Die Zeichnungsfrist wird deshalb verkürzt.

Der Vorstand habe beschlossen, die Angebotsfrist um sechs Tage zu verkürzen, teilte Varta am Sonntagabend mit. Investoren können nur noch bis zum 18. Oktober Aktien zeichnen. Der erste Handelstag ist nun für den 19. Oktober statt am 25. Oktober geplant.

"Wir freuen uns, dass die Nachfrage nach unseren Aktien so hoch ist", erklärte Finanzchef Michael Pistauer. Nach Angaben des Thomson-Reuters-Informationsdienstes IFR waren die angebotenen Papiere schon innerhalb von dreieinhalb Stunden am ersten Tag der Frist gezeichnet.

670 Millionen Euro wert

Im Spätherbst 2016 hatte der Produzent von Mikrobatterien für Hörgeräte oder Kopfhörer einen ersten Anlauf für einen Börsengang noch wegen mangelnder Nachfrage abgebrochen. Nun werden die Aktien in einer Preisspanne von 15 bis 17,50 Euro angeboten.

Am oberen Ende würde das gesamte Unternehmen mit rund 670 Millionen Euro bewertet. Bei dem Börsengang würden 8,6 Millionen neue Aktien platziert, teilte Varta außerdem mit. Das Unternehmen hatte die genaue Höhe der Kapitalerhöhung von der Nachfrage abhängig gemacht. Weitere Aktien platziert der Altaktionär Michael Tojner.

Tojner ist mit seiner schweizerischen Holding Montana Tech Alleineigentümer von Varta. Er will nach dem Börsengang die Mehrheit behalten, der Streubesitz soll bei rund 40 Prozent liegen.

Produktion ausbauen

Die Einnahmen aus dem Börsengang will Varta in das weitere Wachstum stecken. "Die Nachfrage nach unseren Produkten wächst massiv, so dass wir die Produktionskapazitäten erheblich ausbauen müssen", sagte Varta-Chef Herbert Schein. Im ersten Halbjahr 2017 kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf etwa 120 Millionen Euro, das Betriebsergebnis stieg um 90 Prozent auf rund 19,4 Millionen Euro.

Die traditionsreiche Varta AG war bis 2007 schon einmal börsennotiert. Das heutige Unternehmen ist aber nur ein kleiner Teil davon, ohne die Geschäfte mit Auto- und Haushaltsbatterien. Die Marke Varta begründete einst den Wohlstand der Industriellenfamlie Quandt, die heute der größte Anteilseigner von BMW ist.

lg