Vapiano-Schriftzug
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Der deutsche Italiener Vapiano wird nicht richtig satt

Stand: 21.11.2017, 11:33 Uhr

Viel Feind, viel Ehr: Nach diesem Motto wächst derzeit der auf Pizza und Pasta spezialisierte Systemgastronom Vapiano. Trotzdem sind die Anleger bisher nicht so recht auf den Börsenzug aufgesprungen. Mit dem jüngsten Zahlenwerk könnte sich das ändern.

Denn der "deutsche Italiener" ist weiterhin eine veritable Wachstumsgeschichte, wie das Zahlenwerk des Bonner Unternehmens nach dem Ende des dritten Quartals ausweist. So stieg der Konzernumsatz zwischen Juli und September im Jahresvergleich um 31,3 Prozent auf 82,3 Millionen Euro und nach neun Monaten damit um 37,4 Prozent auf 235,9 Millionen Euro. Flächenbereinigt lag der Anstieg im Quartal bei 4,8 und nach neun Monaten bei 5,7 Prozent.

Beim bereinigten Ergebnis (Ebitda) geht es ebenfalls deutlich nach oben. Mit einem Zuwachs von 82,4 Prozent auf 10,5 Millionen Euro im Quartal und 64,0 Prozent per Ende September auf 26,4 Millionen Euro ist man mit viel Tempo unterwegs. Vor allem im deutschen und französischen Markt läuft es derzeit gut, gab das Unternehmen am Morgen bekannt.

Auf Zielkurs

Vapianao ist damit auf Kurs, die selbstgesteckten Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. So soll der Konzernumsatz zwischen 315 und 335 Millionen Euro liegen und das Ebitda zwischen 38 und 40 Millionen. Firmenchef Jochen Halfman sprach von einem deutlichen Wachstumstrend und lässt keinen Zweifel daran, dass man weiter auf diesem Kurs bleibt:

"Die Unternehmens- und Umsatzentwicklung im dritten Quartal unterstreicht diesen positiven Trend, der sich auch in den ersten Wochen des laufenden Quartals fortgesetzt hat. In den nächsten Monaten werden wir weiter konsequent daran arbeiten, unsere internationale Expansion voranzutreiben und die Profitabilität von Vapiano zu verbessern."

Vapiano-Koch in Bonn bei Essenszubereitung

Vapiano-Koch in Bonn. | Bildquelle: imago

Weitere Kennzeichen für die intakte Wachstumsstory ist die Eröffnung von 14 neuen Restaurants in den ersten neun Monaten auf insgesamt 192. Weitere vier sind laufenden vierten Quartal eröffnet worden, so dass insgesamt 196 Restaurants betrieben werden. 2018 sollen 30 bis 35 neue Standort dazukommen.

Digitales im Fokus

Auch digital haben sich die Bonner viel vorgenommen. So soll insbesondere der Lieferservice als Wachstumstreiber ausgebaut werden. Mit derzeit 70 Restaurants die diesen Service anbieten, hat man die Ziele für 2017 von 50 - 60 Restaurants schon übertroffen.

Aktie legt zu

Die im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelte Vapiano-Aktie ist heute gesucht und baut am späten Vormittag ihre anfänglichen Gewinne weiter aus. Aktuell liegt das Papier über sieben Prozent besser im Markt bei 21 Euro. Der Schlusskurs am Montag lag bei 19,50 Euro.

Trotz der aktuellen Gewinne sind die Anleger aber bisher nicht wirklich auf den Börsenzug aufgesprungen. Das Papier kam Ende Juni zu 23 Euro an den Markt, handelt also weiter unter Emissionspreis. Denn die Profitabilität des Unternehmens bleibt mäßig. Das starke Wachstum erfordert zunächst anhaltend hohe Investitionen, kostet also erst einmal Geld.

Zudem beinhaltet das Neun-Monats-Ergebnis noch die Kosten des Börsengangs aus dem Juni, was allerdings ein Einmaleffekt ist. Im Quartal lag der Nettoverlust bei 3,0 Millionen Euro nach einem Überschuss von 6,4 Millionen Euro im Vorjahr. Nach neun Monaten lag das Minus bei 16,5 Millionen Euro, nach einem Plus von 2,7 Millionen im Vorjahr.

rm