Vapiano-Schriftzug

In den roten Zahlen Vapiano warnt schon wieder

Stand: 28.11.2018, 08:37 Uhr

Erst im September hatte die Restaurantkette Vapiano wegen Problemen in Schweden die Prognose gesenkt. Jetzt rudert das Unternehmen noch weiter weiter zurück.

Für 2018 wird nun ein Umsatz von 375 bis 385 Millionen Euro erwartet. Dies wären zwar 15 bis 19 Prozent mehr als im Vorjahr, aber weniger als die zuletzt in Aussicht gestellten 385 bis 400 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mit 34 bis 38 Millionen Euro ebenfalls niedriger ausfallen, als die in Aussicht gestellten 42 bis 47 Millionen Euro.

Begründet wurde der gesenkte Ausblick mit der hinter den Erwartungen liegenden Umsatzentwicklung in Europa sowie Problemen bei einigen neu eröffneten Restaurants in Schweden. Die Flaute machte sich auch in der Bilanz der ersten neun Monate des Jahres bemerkbar.

In die roten Zahlen gerutscht

Danach rutschte die Pizza- und Pastakette in dieser Zeit in die roten Zahlen. Der bereinigte Verlust belief sich auf 13,2 Millionen Euro, wie Vapiano am Morgen mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Vor allem gestiegene Abschreibungen sowie hohe Kosten bei der laufenden Expansion mit neuen Restaurants und Zukäufen drückten auf die Marge.

Von Januar bis September konnte Vapiano zwar seinen Umsatz dank neuer eröffneter Restaurants und Übernahmen im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 271,4 Millionen Euro erhöhen, auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse aber um 0,3 Prozent zurück. Während es im Berichtszeitraum in Deutschland und außerhalb Europas besser lief, blieb Schweden auch nach neun Monaten ein Knackpunkt: Den Beitrag von dort herausgerechnet kam die Vapiano-Gruppe auf ein flächenbereinigtes Umsatzplus von 0,9 Prozent.

Kein Rückzug von der Börse

Das operative Ergebnis (Ebitda) sank insgesamt um 4,5 Prozent auf 12 Millionen Euro, die entsprechende Marge verringerte sich auf 4,4 (Vorjahr: 5,3) Prozent. Zum 30. September betreibt das Unternehmen 220 Restaurants in 33 Ländern.

Vapiano-Koch in Bonn bei Essenszubereitung

Vapiano-Koch in Bonn. | Bildquelle: imago

Vapiano war erst kürzlich in die Schlagzeilen geraten, nachdem Gerüchte über einen Rückzug von der Börse aufkamen. Als Grund wurde der rasante Kursverfall genannt. Das Unternehmen war im Juni 2017 an der Börse gestartet mit 23 Euro je Aktie. Inzwischen sind die Papiere aber nur noch um die 7 Euro wert.

Trotzdem dementierte Vorstandschef Jochen Halfmann die Gerüchte. "Die Vapiano SE plant keinen Rückzug von der Börse", sagte er. "Unser Börsengang im vergangenen Jahr war eine bewusste und langfristig ausgerichtete Entscheidung.

lg